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Erster Spatenstich
Milliarden-Bahnprojekt Betuwe gestartet

Erster Spatenstich: Milliarden-Bahnprojekt Betuwe gestartet
Für den dreigleisigen Ausbau der 73 Kilometer langen Strecke sind Gesamtkosten von insgesamt 1,5 Milliarden Euro veranschlagt worden. FOTO: MVO
Oberhausen. Jahrzehntelang wurde geplant, jetzt wird gebaut: In die Bahnstrecke zwischen dem Ruhrgebiet und der niederländischer Grenze werden Milliarden investiert. Der deutsche Abschnitt der Betuwe-Linie ist nicht nur für den Duisburger Hafen wichtig.

Der milliardenschwere Ausbau der Bahnstrecke vom Ruhrgebiet in Richtung der niederländischen Nordseehäfen hat am Freitag mit dem ersten Spatenstich in Oberhausen begonnen. Der Ausbau des deutschen Abschnitts der Betuwe-Linie zwischen Nordrhein-Westfalen und den Niederlanden zählt nach Angaben der NRW-Landesregierung zu den wichtigsten Infrastrukturmaßnahmen im deutschen Schienenverkehr.

Bessere Bedingungen für Duisburger Hafen

Der nordrhein-westfälische Verkehrsminister Michael Groschek (SPD) unterstrich die Bedeutung fürs Land: "Der größte europäische Binnenhafen in Duisburg erhält nun einen schnelleren Zugang über das Rotterdamer Containertor in die gesamte Welt." Damit werde die Position des Landes als Logistikdrehscheibe Nummer eins gestärkt und als Jobmotor, sagte er laut Mitteilung.

Die 73 Kilometer lange Ausbaustrecke von Oberhausen bis Emmerich ist eine Teilstrecke im Güterverkehrskorridor zwischen Rotterdam und Genua. Die Strecke wird zum Teil dreigleisig ausgebaut. Außerdem werden 47 Brücken neu oder umgebaut und 55 Bahnübergänge beseitigt. Von den 1,5 Milliarden Euro Baukosten übernehmen große Teile Bund und Land NRW.

Pofalla: Lücke im Verkehrsnetz wird geschlossen

"Mit dem Ausbau wird nicht nur der Schienenverkehr für Güter und Personen gestärkt, sondern eine weitere Lücke im Transeuropäischen Verkehrsnetz geschlossen", sagte Bahnvorstand Ronald Pofalla am Freitag laut Mitteilung. Deutschland sei mit dem Ausbau allerdings in Verzug, stellten die Grünen im NRW-Landtag fest. Die Niederlande und die Schweiz hätten ihre Hausaufgaben größtenteils gemacht, während Deutschland jetzt erst anfange.

Den Anwohnern gewähre die Deutsche Bahn beim Lärmschutz nur das gesetzlich vorgeschriebenes Mindestmaß, stellten die Grünen fest. Bund und Land hatten dagegen von Verbesserungen im Schallschutz gesprochen.

Über den Lärmschutz hatte es heftige Diskussionen zwischen Bürgerinititativen und Planungsbeteiligten gegeben.

(sef/lnw)
 
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