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Übergriffe in Köln und Mönchengladbach
Mögliche Verleumdungen sind leichter geworden

Übergriffe in Köln und Mönchengladbach: Mögliche Verleumdungen sind leichter geworden
Am Platz der Republik in Mönchengladbach wurde ein Mädchen nach eigenen Angaben vergewaltigt. Die Polizei zweifelt allerdings. FOTO: Theo Titz
Meinung | Mönchengladbach. Frauen sind Freiwild, Ausländer potentielle Sextäter – die schändlichen Übergriffe von Köln haben Sichtweisen verändert und Vorurteile verfestigt. Was in der Silvesternacht im Schatten des Doms geschah, wird nun allerorten befürchtet. Von Horst Thoren

Jede Anzeige einer vergleichbaren Tat hat öffentliche Wirkung, die weit über den eigentlichen Vorfall hinausgeht und für Hasswellen im Netz sorgt.

Die Folge: Bürgerwehren machen mobil. Die Polizei erhöht Präsenz und Aufmerksamkeit – auch gegen die selbst ernannten Sheriffs. So hat die mutmaßliche Vergewaltigung einer 15-jährigen in Mönchengladbach eine ganze Region in Aufruhr versetzt – bis gestern. Da  deckte die Polizei Widersprüche in der Aussage des Mädchens auf. Jetzt wird gegen das angebliche Opfer selbst ermittelt.

Was wirklich geschah, wird wohl erst die gerichtliche Untersuchung an den Tag bringen. Schon jetzt aber zeigt der Fall, dass nach Köln mögliche Verleumdungen leichter geworden sind. Das darf sicher nicht dazu führen, grundsätzlich die Glaubwürdigkeit von Frauen und Mädchen in Frage zu stellen.

Wirkliche Opfer sexueller Gewalt leiden fürchterlich und bedürfen unserer umfassenden Hilfe. Aufklärung und Strafverfolgung aber müssen allein Sache von Polizei und Justiz bleiben.    

Quelle: RP
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