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Müllgebühren in NRW
Leverkusen hat den teuersten Müll Deutschlands

Müllgebühren: Leverkusen hat den teuersten Müll Deutschlands
Mülltonnen in Leverkusen. FOTO: Miserius, Uwe (umi)
Düsseldorf. Müll ist nicht gleich Müll, sondern kostet je nach Region unterschiedlich viel. Das zeigt eine bundesweite Statistik. Wir haben die Zahlen für NRW ausgewertet. Von Henning Bulka

Das Ergebnis: Nirgendwo ist der Müll so teuer wie in Leverkusen, und das sogar bundesweit. Bei wöchentlicher Abholung zahlt dort eine Familie im Teilservice 739,29 Euro im Jahr. Hier stellt der Besitzer die Mülltonnen selbst an die Straße.

Die Stadt Leverkusen nennt die Berechnungen des Rankings "nicht nachvollziehbar und in den Ergebnissen in großen Teilen falsch". "Der Vergleich der reinen Gebührenhöhe erscheint wenig seriös, da vielfach Leistungen, die in Leverkusen in der Abfallentsorgung enthalten sind, in anderen Kommunen nicht angeboten werden, wie z.B. Behältertausch, Sammlung der Weihnachtsbäume, die differenzierte Getrennterfassung und Nachsortierung von Sperrmüll", heißt es vonseiten der Stadt.

Neben Leverkusen ist der Müll laut des Rankings in Nordrhein-Westfalen außerdem in Moers, Bergisch Gladbach und Lünen besonders teuer. Auch Düsseldorf, Köln und Mönchengladbach haben hohe Gebühren.

Am niedrigsten sind die Müllgebühren in Solingen, hier liegen die Gebühren bei 172,34 Euro, und das sogar im Vollservice - also wenn die Mülltonnen durch den Entsorger vom Grundstück abgeholt, entleert und wieder zurückgestellt werden. Ziemlich günstig kommen auch Hausbesitzer in Ratingen, Essen und Gelsenkirchen weg.

Zusammengestellt wurden die Daten dafür vom Institut der deutschen Wirtschaft in Köln im Auftrag des Eigentümerverbands Haus und Grund. Darin tauchen die hundert einwohnerstärksten Städte Deutschlands auf. Für Nordrhein-Westfalen haben wir die Daten noch einmal separat ausgewertet.

Die Daten der einzelnen Städte haben wir in folgender Karte zusammengestellt. Hinter jedem Punkt verbergen sich die Gebühren der einzelnen Städte pro Jahr für einen Musterhaushalt. Grüne Punkte stehen für niedrige Müllgebühren, gelbe und orange für das Mittelfeld und rote Punkt für hohe Gebühren. Dabei verwenden die Macher der Statistik einen Durchschnittswert, der die unterschiedlichen Städte mit ihren verschiedenen Abholrhythmen und Zahlungsmodalitäten vergleichbar machen soll. Grundsätzlich gilt: Je höher der Wert, desto niedriger die Gebühren.

Hinweis: Die vier Gebührenwerte, die für jede Stadt aufgeführt werden, setzen sich aus echten Gebühren und Näherungswerten zusammen. Die Näherungswerte sind mit einem Sternchen gekennzeichnet. Sie werden dann aufgeführt, wenn das Gebührenmodell einer Stadt nicht zur Berechnungsmethode der Statistiker passt. Hier haben die Macher dann die ungefähren Gebühren berechnet.

Als Grundlage für die Aufstellung haben sich die Statistiker einen Musterhaushalt zugrunde gelegt. Er besteht aus vier Personen - zwei Erwachsene und zwei Kinder. Sie wohnen in einem Einfamilienhaus und entsorgen ihren Müll nicht zusammen mit den Nachbarn, sondern alleine. Das bedeutet: Für Großstädte mit vielen Mehrfamilienhäusern ist diese Musterfamilie nicht unbedingt typisch - aber für einen Vergleich "durchaus üblich", heißt es in der Statistik.

Im Musterhaushalt fallen jede Woche 60 Liter Restmüll an. In vielen Städten ist das laut Statistik die Mindestgröße, die ein Haushalt bestellen muss. Dazu kommen 20 Liter Biomüll. Gibt es keine Biotonne in einer Stadt, kommen diese noch zu den 60 Litern Restmüll hinzu. Außerdem gehen die Macher von 2 Kubikmeter Sperrmüll im Jahr aus.

Auf ganz Deutschland bezogen ist der Müll laut Statistik in Flensburg, Chemnitz und Nürnberg am günstigsten.

Mehr über die Statistik erfahren Sie hier.

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