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Rohrbomben explodierten vor Märkten
Lidl-Erpresser aus Gelsenkirchen erneut vor Gericht

Mutmaßliche Lidl-Erpresser aus Gelsenkirchen erneut vor Gericht
Das Landgericht in Bochum. (Symbolfoto) FOTO: dpa, bt jai mg aba
Bochum. Vor drei Lidl-Filialen explodieren Rohrbomben. Die Täter werden später zu jeweils zehn Jahren Haft verurteilt. Nun müssen sie sich erneut verantworten - und hoffen auf eine mildere Strafe.

Ein Jahr nach der Verurteilung von zwei Lidl-Erpressern aus Gelsenkirchen muss das Bochumer Landgericht seit Donnerstag noch einmal neu über die Höhe der verhängten Strafen verhandeln. Die 55-jährige Frau und ihr fünf Jahre jüngerer Ehemann waren im März 2017 zu jeweils zehn Jahren Haft verurteilt worden. Die Urteile lauteten auf versuchten Mord, räuberische Erpressung und Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion. Nach erfolgreicher Revision beim Bundesgerichtshof können die Angeklagten nun möglicherweise auf etwas mildere Strafen hoffen. 

Im ersten Prozess hatten die Angeklagten gestanden, Ende 2012 zwei selbstgebaute Rohrbomben vor Lidl-Filialen in Wattenscheid und Bottrop gezündet zu haben. Ein dritter Sprengsatz war 2016 in Herten explodiert. Dabei war es zweimal zu Sachschäden gekommen, einmal war eine Angestellte verletzt worden. Sie hatte unter anderem Prellungen und ein Knalltrauma erlitten.

Täter brachten Geld zur Bank und wurden geschnappt

Nach den Anschlägen hatten die Erpresser per Email elf Millionen Euro gefordert. Unterschrieben waren die Erpresserbriefe mit "Mr. X". Mit dem Geld wollten sich die Angeklagten nach eigenen Angaben ein schönes Leben in Spanien machen.

Der Lebensmittel-Discounter hatte zwischenzeitlich tatsächlich eine Million Euro auf ein Konto der Erpresser überwiesen. Die ängstlichen Angeklagten hatten sich jedoch nicht getraut, zur Bank zu gehen. Als sie es im Juni 2016 schließlich doch taten, hatten sie sich mit Latexmasken, Sonnenbrillen und einem Klebebart verkleidet. Geholfen hat die Maskerade aber nicht. Kurz darauf waren sie festgenommen worden.

Im zweiten Prozess geht es ausschließlich um die Höhe der Strafen. Die Urteile an sich sind bereits rechtskräftig. Anders als im ersten Prozess wollen sich die Angeklagten diesmal nicht zu den Vorwürfen äußern. Mit einem Urteil wird voraussichtlich im April gerechnet.

(lnw)
 
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