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Nach Lüner Bluttat
Keine neuen Sicherheitsmaßnahmen an NRW-Schulen geplant

Schüler in Lünen getötet - Trauer am Tag danach
Schüler in Lünen getötet - Trauer am Tag danach FOTO: dpa, gki gfh
Düsseldorf. Nach Gewalt an Schulen wird regelmäßig über zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen diskutiert. Aber auch nach der Bluttat in Lünen spricht sich NRW-Schulministerin Gebauer dagegen aus. 

Die Tat an der Gesamtschule in Lünen sei "ein tragischer und schrecklicher Einzelfall" gewesen, sagte die Nordrhein-Westfalens Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) am Mittwoch im Schulausschuss des Düsseldorfer Landtags. Alle Statistiken zeigten, dass Gewaltdelikte an Schulen und auch Tötungsdelikte von Jugendlichen extrem rückläufig seien. Am 23. Januar war ein 14 Jahre alter Schüler an der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule in Lünen durch Messerstiche in den Hals getötet worden. Als dringend tatverdächtig sitzt ein 15 Jahre alter Mitschüler in einem Jugendgefängnis in Untersuchungshaft.

Die Schule sei durch die Bluttat in eine schwere Krise gestürzt worden, stellte Gebauer fest. Der Schulleiter und das Lehrerkollegium hätten dies gemeinsam mit Schulpsychologen und einem kompetenten Beraternetzwerk aber einfühlsam gemeistert. Psychologen stünden der Schule weiterhin zur Verfügung. Zum Februar hätten alle Posten der Landesstelle Schulpsychologie und schulpsychologisches Krisenmanagement besetzt werden können. Hier würden neue Unterstützungsprogramme für die Schulen erarbeitet.

"Schule muss waffenfreie Zone sein"

Nach Angaben des Ministeriums arbeiten in NRW 337 Schulpsychologen, darunter 181 im Landesdienst. In diesem Jahr sei die Zahl um 34 erhöht worden. Zum 1. März werde die Landespräventionsstelle gegen Gewalt und Cybergewalt ebenfalls um eine Stelle auf sechs aufgestockt, kündigte Gebauer an. Auch hier gebe es Hilfe und Beratung für Lehrer.

Die Grünen-Abgeordnete Sigrid Beer unterstrich: "Schule muss waffenfreie Zone sein." Dies sei an den Schulen "mit aller Sensibilität", aber ohne Taschenkontrollen in die Praxis umzusetzen. Der AfD-Vizefraktionschef und ehemalige Gymnasialleiter Helmut Seifen appellierte an die Schulministerin, aufzuarbeiten, ob es in dem Lüner Fall Warnsignale auf einen unbeschulbaren Täter gegeben habe. Gebauer betonte, gänzlich ausschließen ließen sich solche Gewalttaten nicht, auch wenn alles getan werde, um sie möglichst zu verhindern.

(lsa/lnw)
 
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