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Empörung nach Unglück in Köln
Tierschützer pochen auf Pferdeverbot an Karneval

Unfall mit Pferden beim Rosenmontagszug in Köln
Unfall mit Pferden beim Rosenmontagszug in Köln FOTO: dpa, mg soe cul
Köln. Wieder ein Vorfall mit Pferden, wieder gibt es Verletzte: Nach dem Unglück mit einer Kutsche an Rosenmontag in Köln wird scharfe Kritik am Einsatz von Tieren bei Karnevalszügen laut. Tierschützer fordern, damit müsse endlich Schluss sein. 

"Es ist teilweise so eng und so laut, dass das für die Tiere purer Stress ist", sagte Claus Kronaus vom Netzwerk für Tiere Köln. Weil Pferde Fluchttiere seien, würden sie dann durchdrehen. Auch hohe Auflagen änderten daran nichts.  2018 liefen in Köln nach Angaben des Festkomitees 390 Pferde mit.

Am Montag waren in Köln zwei Kutschpferde durchgegangen, fünf Menschen wurden verletzt. Nach Augenzeugenberichten sollen die Tiere mit einer Flasche beworfen worden sein. Die Polizei konnte zunächst nicht sagen, ob das Unglück dadurch ausgelöst wurde. Die Pferde blieben nach Angaben der Behörden unverletzt. Bereits im vergangenen Jahr war ein Pferd im Kölner Rosenmontagszug kollabiert.

Mit Blick auf die Züge am Dienstag bekräftigte auch der Deutsche Tierschutzbund seine Forderung nach einem Verbot. Pferde bedeuteten ein "unkalkulierbares Risiko für Mensch und Tier". Der Bund Deutscher Tierfreunde erklärte: "Ein Zug mit Pferden ist Mist."

Strengere Kontrollen konnten Vorfall nicht verhindern

Der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul sprach sich unmittelbar nach dem Vorfall gegen ein Pferdeverbot aus. "Ein Zug ohne Pferde ist Mist", sagte der CDU-Politiker dem "Kölner Stadt-Anzeiger". Man müsse jetzt erst einmal klären, was genau die Ursache gewesen sei. Entscheidend sei die richtige Vorbereitung.

Karneval 2018 in Köln: Das war der Kölner Rosenmontagszug FOTO: dpa

Nach Kritik von Tierschützern hatte Köln bereits im Vorfeld strengere Kontrollen für den Umgang mit Pferden beim Rosenmontagszug angekündigt. Die Zahl der eingesetzten Tierärzte wurde mehr als verdoppelt, von zuletzt maximal vier auf neun. Sie sollten vor, während und nach dem Zug einen Blick auf die Pferde und Kutschen haben. Zudem sollten stichprobenartig rund 50 Blutproben genommen und auf unerlaubte Beruhigungsmittel überprüft werden.

Im vergangenen Jahr gab es den Angaben zufolge nur 13 Proben dieser Art. Auch das Festkomitee Kölner Karneval hatte die Richtlinien für die Teilnahme von Reit- und Kutschpferden nach dem Sturz eines Pferdes im vergangenen Jahr verschärft.

(oko/dpa)
 
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