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Aachen
Nazi-Skandal: Polizeianwärter klagt gegen Rauswurf

Aachen: Nazi-Skandal: Polizeianwärter klagt gegen Rauswurf
Der Aachener Polizeipräsident Dirk Weinspach leitete sofort nach Bekanntwerden des Vorfalls ein Ermittlungsverfahren gegen die Beteiligten ein. FOTO: dpa, obe htf
Aachen. Sieben Monate nach rassistischem Mobbing gegen eine angehende Polizistin klagt ein entlassener Polizeianwärter gegen seinen Rauswurf. Das Verwaltungsgericht Aachen verhandele die Klage am Donnerstag, teilte das Gericht am Dienstag mit.

Der heute 22-jährige Mann war entlassen worden, weil er fremdenfeindliche und rassistische Bilder in einer nicht-öffentlichen Whatsapp-Gruppe des Ausbildungskurses gepostet haben soll.

In dem Kurs an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung war nach Angaben der Polizei eine angehende Polizistin mit ausländischen Wurzeln gemobbt worden. Das Opfer, eine 23-jährige Frau, hat die Prüfungen nicht geschafft und ist nach Angaben der Aachener Polizei nicht mehr im Dienst.

Insbesondere junge Kommissaranwärter hätten als angehende Polizeibeamte eine Vorbildfunktion in der Gesellschaft, hatte der Aachener Polizeipräsident zur Begründung der Entlassung betont. Es gebe erhebliche Zweifel an der charakterlichen Eignung des 22-Jährigen für den Polizeidienst. Gegen diese Einschätzung klagt der Mann.

Außer ihm wurde ein weiterer Anwärter aus der 32-köpfigen Klasse entlassen. Fünf weitere erhielten als eine Art Verwarnung einen Eintrag in die Ausbildungsakte, ein weiterer Anwärter musste eine Geldbuße zahlen. Ein Anwärter aus der Gruppe hatte das Mobbing angezeigt.

(lnw)