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NRW-Sozialbericht
Mehr Menschen in Arbeit - aber mehr Geringverdiener

NRW-Sozialbericht 2016: Mehr Arbeitnehmer, mehr Geringverdiener
Eine Gebäudereinigerin auf ihrem Weg zum Einsatzort. FOTO: dpa, rhi;cse soe kde
Düsseldorf. Wer auf den NRW-Sozialbericht 2016 schaut, findet positive und negative Zahlen. So haben mehr Menschen einen Job. Das ändert aber nichts am steigenden Armutsrisiko.

Die Zahl der Menschen mit Arbeit in Nordrhein-Westfalen hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Zwischen 2005 und 2014 wuchs die Zahl der Erwerbstätigen um rund eine halbe Million auf zuletzt durchschnittlich neun Millionen, berichtete NRW-Arbeitsminister Rainer Schmeltzer (SPD) am Dienstag in Düsseldorf bei der Vorstellung des Sozialberichts NRW 2016.

Es gebe Licht und Schatten bei der Armuts- und Reichtumsentwicklung in NRW, sagte Schmeltzer. "Die Kluft zwischen Arm und Reich hat sich weiter vergrößert." Laut Sozialbericht wurde die Ungleichheit der Vermögensverteilung in NRW von 2003 bis 2013 immer größer. 2013 verfügten demnach die reichsten 20 Prozent über gut 70 Prozent des Gesamtvermögens. Auf der anderen Seite hätten fast 19 Prozent der Bevölkerung zu diesem Zeitpunkt gar kein Vermögen gehabt.

2014 hatten rund 2,8 Millionen Menschen ein Einkommen von weniger als 60 Prozent des Durchschnitts. Damit stieg die sogenannte Armutsrisikoquote: Gut 16 Prozent der Bevölkerung sind von Armut bedroht, 2010 waren es noch knapp 15 Prozent. Trotz der guten Konjunktur- und Arbeitsmarktentwicklung drohten sich Armut und Ausgrenzung zu verfestigen, sagte der Minister. Betroffen seien vor allem Alleinerziehende, Migranten, Geringqualifizierte und Kinder. "Gerade die steigende Armutsrisikoquote muss uns Sorgen machen."

NRW habe mit seinen vielen Großstädten besondere Herausforderungen zu bewältigen. Die großen Städte wirkten anziehend für weniger gut situierte Menschen auf der Suche nach Arbeit und günstigem Wohnraum.
Für die Kommunen sei dies mit Belastungen verbunden. Auch habe NRW im Bundesvergleich einen hohen Anteil von Migranten. Als weiteres Problem nannte er die große Zahl der Menschen ohne abgeschlossene Berufsausbildung: Mehr als die Hälfte der Arbeitslosen von NRW gehören dazu.

(hebu/lnw)
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