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Neue Baumarten
NRW will den Wald für den Klimawandel fit machen

Neue Baumarten: NRW will den Wald für den Klimawandel fit machen
Küstentannen wie diese wurden bereits vor Jahrzehnten im Rahmen einer Versuchsreihe angebaut und wachsen seither in deutschen Wäldern. FOTO: dpa, mku sab
Arnsberg. Von der Atlaszeder bis zur Sicheltanne: Die mancherorts schon in Parks zu bestaunenden Bäume könnten in der Zukunft größere Bedeutung bekommen. Denn der Wald in NRW soll fit für den Klimawandel gemacht werden.

Der Landesbetrieb Wald und Holz Nordrhein-Westfalen testet mit Blick auf den Klimawandel neue Baumarten aus fernen Regionen. Im Arnsberger Wald und im Lipper Bergland werden auf Versuchsflächen Bäume angepflanzt, die extremen Wetterbedingungen wie einer langen Trockenheit besser standhalten sollen. Das Projekt wurde am Mittwoch in Arnsberg vorgestellt.

Zu den elf Baumarten zählen sieben Nadel- und vier Laubbäume, die normalerweise in Südosteuropa, Asien oder Amerika heimisch sind. Dazu gehören die Küstentanne, die Edelkastanie und der Gebirgsmammutbaum. Auf insgesamt 26 Hektar wollen die Waldforscher schauen, ob und wie diese Baumarten mit den heimischen Arten zurechtkommen. Deshalb sollen auf den Testflächen auch immer Rotbuchen angepflanzt werden.

Besser mit Stürmen und Trockenheit zurechtkommen

Ziel des Projekts ist es, Informationen für einen Mischwald zu bekommen, der besser mit starken Stürmen und längeren trockenen Phasen zurechtkommt und trotzdem wirtschaftlich ist. Die ausgewählten Baumarten lieferten in ihren jeweiligen Ursprungsländern, die klimatisch betrachtet mit Deutschland vergleichbar seien, ein hochwertiges und in der Industrie nachgefragtes Holz.

"Der richtige Einsatz fremdländischer Baumarten beim Waldumbau bekommt eine immer größere Bedeutung. Dieses Projekt hilft uns die Beratung der Waldbesitzenden auf der Grundlage wissenschaftlicher Fakten an die globalen Veränderungen anzupassen", erklärte der Leiter von Wald und Holz NRW, Andreas Wiebe, in einer Mitteilung.

Papierindustrie zeigt sich besorgt

Die Papierindustrie warnt unterdessen vor Aktionismus: "Der teilweise ideologisch begründete Waldumbau, der seit vielen Jahren in Deutschland betrieben wird, wird schon in naher Zukunft erhebliche negative Folgen für die Verfügbarkeit von Nadelholz haben", erklärte ein Sprecher des Verbandes Deutscher Papierfabriken am Mittwoch.

Nach Auffassung der Papierindustrie ist der "Brotbaum" der deutschen Forstwirtschaft, die Fichte, als langfaserige Baumart kurzfristig nicht durch andere Baumarten, insbesondere nicht durch die Buche austauschbar. "Die Branche will sich weiterhin für eine Erhöhung des Anteils an Fichten auf geeigneten Standorten einsetzen und gleichzeitig Forschungsansätze zu Alternativen unterstützen."

(lis/lnw)
 
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