| 15.24 Uhr

Oer-Erkenschwick
Schüsse fielen bei Auseinandersetzung in der Rapper-Szene

Schüsse in Oer-Erkenschwick
Schüsse in Oer-Erkenschwick FOTO: dpa, a htf
Oer-Erkenschwick. Die Polizei geht davon aus, dass den Schüssen in Oer-Erkenschwick am Dienstagabend ein Streit zwischen zwei verfeindeten Rapper-Gruppen vorausgegangen ist. Vier Männer wurden dabei verletzt. Es wird nach mehreren Beteiligten gefahndet. Sie könnten bewaffnet sein.

Zeugen filmten die Auseinandersetzung zufällig von einer Wohnung von der gegenüberliegenden Straßenseite aus. Das Geschehen spielte sich innerhalb von einer Minute vor einer geschlossenen Werkstatt ab. Zwei Gruppen junger Männer, etwa ein halbes Dutzend auf jeder Seite, gingen mit Fäusten und Stangen aufeinander los. Nach Angaben der Polizei waren es Deutsche mit libanesischen Wurzeln.

Einer der Beteiligten zog eine Waffe, schoss wild um sich und traf zwei Kontrahenten. Der Schütze flüchtete mit einem weiteren Beteiligten in einem Auto. Die Gegner schlugen an dem Fluchtwagen noch mehrere Scheiben ein. Glück hatte offenbar ein Passant, der gerade sein Fahrrad an den Streitenden vorbeischob. Er kam unbehelligt davon.

Polizei warnt vor bewaffneten Flüchtigen

Zehn der Beteiligten konnte die Polizei festnehmen. Nach dem Schützen und mehreren weiteren Beteiligten suchten die Beamten trotz des Einsatzes von Sondereinheiten und eines Hubschraubers in der Nacht und am nächsten Tag vergeblich. Die Polizei warnt, dass die Flüchtigen bewaffnet sein könnten. "Wer eine verdächtige Person sieht, soll bitte den Notruf über die 110 wählen", sagte Polizeisprecherin Ramona Hörst unserer Redaktion. "Wir brauchen dann möglichst detaillierte Informationen darüber, was der Zeuge gesagt hat", sagte Hörst weiter.

Über das Motiv des Streites rätselt die Polizei noch. Klar sei nur, dass die jungen Männer aus der Rapper-Szene stammen. Ob sie selbst Musiker sind oder Anhänger der Szene war noch nicht geklärt. Sie kamen nicht alle aus dem 30.000-Einwohner-Ort Ort 20 Kilometer nördlich von Dortmund. Offenbar hatten sie sich an der Werkstatt getroffen, die von Deutsch-Libanesen betrieben wird.

Von den vier Verletzten lagen zwei mit Schusswunden am Mittwoch noch im Krankenhaus. Die Verletzungen seien nicht lebensgefährlich, so die Kreispolizei Recklinghausen. Die beiden anderen Männer hatten Schläge abbekommen. 

Die Polizei ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung, Verstoß gegen das Waffengesetz und Sachbeschädigung. Eine Mordkommission wurde eingerichtet.

(lsa/lnw)
 
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