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Sicherheit
NRW-Bürger lassen sich Spaß am Oktoberfest nicht nehmen

Oktoberfest: NRW-Bürger lassen sich Spaß nicht nehmen
Trachten, Dirndl, Bier: Menschen feiern das Oktoberfest. FOTO: rtr, MDJ
Nordrhein-Westfalen. Die Angst der Deutschen vor einem Terroranschlag schlägt sich auf das Münchner Oktoberfest nieder. Die Besucherzahlen sinken. Doch wie sieht das in Nordrhein-Westfalen aus? Wir haben uns bei den Veranstaltern von Oktoberfesten in NRW umgehört. Von Vivien Ewe

In Bayern scheint die Angst vor einem Terroranschlag seit dem Amoklauf in München und dem Anschlag in Ansbach groß zu sein. Viele Zelte blieben leerer als in den Jahren zuvor. Doch wie sieht das in Nordrhein-Westfalen aus?

Auch in NRW gibt es zahlreiche kleinere Oktoberfeste. Sie werden nach wie vor gut besucht. Viele Feste wie in Xanten oder in Wesel waren den Veranstaltern zufolge schnell ausgebucht. Auch bei den Kasematten in Düsseldorf steigt die Besucherzahl jedes Jahr. Angst haben die Veranstalter offenbar nicht. Deswegen hat sich auch in diesem Jahr in NRW nichts an den Sicherheitsvorkehrungen geändert.

"Die Menschen wollen feiern. Sie wollen nicht durch Schilder, Hinweise oder Zäune laufen - und das brauchen sie auch nicht", sagt Wilhelm Wegner, Vizepräsident des Schützenvereins Wesel. "Alle Gefahren kann man natürlich nie ausschließen. Wenn man das wollen würde, dürften keine Großveranstaltungen mehr stattfinden. Dann müssten die Leute zu Hause bleiben und ein Buch lesen."

Absage für Trachtenzug

Tatsächlich lässt sich die Gefahr eines Anschlags niemals ganz ausschließen, sie ist jedoch gering. Laut einer Statistik des Südkuriers ist die Wahrscheinlichkeit vom Blitz getroffen zu werden 1,13-mal höher als die, in Deutschland Opfer eines Terroranschlags zu werden.

In München ging die Besucherzahl dennoch um 50 Prozent zurück. Trotz der erhöhten Sicherheitsvorkehrungen blieben viele dem Fest fern, was Wiesn-Chef Josef Schmid zufolge auch am schlechten Wetter liegt. Es gab deutlich weniger Hotelbuchungen. Zwei Trachtenvereine sagten trotz Unkosten dem Trachtenzug zum Gelände ab. Etwa von der Trachtengruppe Bernries waren nach dem Amoklauf in München nur noch drei Mitglieder bereit, an dem Umzug teilzunehmen.

Auch die traditionelle "Damenwiesn" von Regine Sixt findet dieses Jahr nicht statt. Sie könne die Verantwortung für ihre Gäste nicht tragen, gab die Unternehmerin als Grund an.

(viw)
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