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Prozess in Dortmund
Opa mit Brecheisen erschlagen - Enkel gesteht

Dortmund . 14 Mal soll er seinem Opa ein Brecheisen auf den Kopf geschlagen haben. So lange, bis der 84-Jährige keine Regung mehr zeigte. Zum Auftakt des Mordprozesses weinte der Angeklagte: "Ich habe ihn doch immer noch lieb."

Bei seinem Geständnis wurde der 25-Jährige aus Soest immer wieder von Weinkrämpfen geschüttelt. Ja, er habe am Rosenmontag in Hamm seinen Großvater mit einem Brecheisen brutal erschlagen, sagte er am Montag vor dem Dortmunder Schwurgericht. Er wisse aber nicht mehr, warum. "Ich habe ihn doch immer noch lieb", sagte der Angeklagte den Richtern.

Als Nachbarn des Rentners auf Verwesungsgeruch aufmerksam wurden, war das Opfer schon mehrere Tage tot. Die Ermittlungen führten schnell zu dem Enkel. Denn der Angeklagte hatte den alten Mann häufig besucht.

Enkel: "Ich wurde von meinem Opa häufig kritisiert"

Vor Gericht gab der 25-Jährige tiefe Einblicke in sein Seelenleben. Sein Opa sei alles andere als einverstanden gewesen, als er erfuhr, dass sein Enkel das Studium abgebrochen hatte, um eine Ausbildung zum Altenpfleger zu machen. Und auch die übrige Familie habe unter den Launen des 84-Jährigen gelitten. "Er hatte an allem etwas auszusetzen", behauptete der Angeklagte.

Am Tattag sei er daher nach Hamm gefahren, um den allein lebenden Großvater zur Rede zu stellen. "Ich hatte nicht vor, ihn zu töten", sagte der 25-Jährige den Richtern. Das Brecheisen habe er aus einem anderen Grund mitgenommen. In dem Gespräch sei sein Opa dann aber sehr beleidigend und herablassend gewesen. "Er hat Dinge gesagt, die ich von ihm noch nie gehört hatte", so der Angeklagte. Deshalb sei er wohl ausgerastet. An die Tat selbst will er sich kaum noch erinnern können. "Ich weiß nur noch, dass ich irgendwann in meinem Auto saß und mit meinen Eltern telefoniert habe", sagte der Soester. Danach habe er Brötchen für das Frühstück eingekauft.

Die Staatsanwaltschaft hat den Mann wegen Mordes aus Heimtücke und zur Verdeckung einer anderen Straftat angeklagt. Er habe verhindern wollen, dass herauskommt, dass er am Abend zuvor 1500 Euro vom Konto des Großvaters abgehoben hatte, heißt es in der Anklageschrift.

(lnw)
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