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Osmanen Germania
Sieben Festnahmen bei Razzia gegen Rocker

Osmanen Germania: Razzia auch in NRW
In sechs Bundesländern gab es wie hier in Dietzenbach (Hessen) Durchsuchungen gegen die Osmanen Germania. FOTO: dpa, sup
Wiesbaden/Darmstadt. Mit einer Razzia ist die Polizei in sechs Bundesländern gegen die rockerähnliche Gruppe der Osmanen Germania vorgegangen. Auch in Willich in NRW gab es einen Einsatz. Gesucht wurde unter anderem nach Waffen. Sieben Männer wurden festgenommen.  

Mehr als 1000 Polizisten haben in sechs Bundesländern rund 50 Wohnungen, Gewerberäume und Büros im Rocker-Milieu durchsucht. Der Einsatz richtete sich gegen die Aktivitäten der Osmanen Germania, die als türkisch-nationalistisch gelten. Schwerpunkt war Hessen. Sieben Männer wurden am Mittwoch festgenommen. Einzelheiten zu den Festnahmen gab es zunächst nicht. 

Schwerpunkt des Einsatzes war Hessen. Dort gab es vier vorläufige Festnahmen. Im Saarland wurden drei Verdächtige festgenommen, die mit Haftbefehl gesucht worden waren, sagte Hessens Landespolizeipräsident Udo Münch. Weil der Einsatz noch nicht abgeschlossen sei, könnten sich die Zahlen noch verändern.

Infos: Das ist die Rockergruppe "Osmanen Germania"

Der saarländische Innenminister Klaus Bouillon sagte, es sei gelungen, die Strukturen der Osmanen im Saarland zu zerschlagen. Den im Saarland und in Hessen festgenommenen Männern im Alter von 21 bis 28 Jahren wird unter anderem versuchter Mord vorgeworfen. Der hessische Innenminister Peter Beuth sagte, Ziel sei es gewesen, Beweismittel zu finden, die Strukturen der Organisation aufzuhellen und Täter zu ermitteln.

In Dietzenbach im Kreis Offenbach haben die Osmanen ihr sogenanntes World Chapter. Hier wurden mehrere Objekte des "Osmanen Germania Boxclubs" durchsucht. Bei der Aktion wurde nach Waffen, Drogen, Munition, Schriftstücken und anderen Beweismitteln gesucht, die konkretere Hinweise auf illegale Geschäfte geben können. "Wir haben alle durchsuchten Objekte unter Kontrolle", schrieb das hessische LKA auf Twitter.

Das LKA geht davon aus, dass es in Hessen 70 bis 80 Osmanen gibt, die sogenannten Chaptern in Hanau, Frankfurt und dem World Chapter in Dietzenbach zuzuordnen sind. Die Osmanen Frankfurt haben sich nach einer früheren Einschätzung von Ermittlern im Streit um den türkisch-nationalistischen Kurs von den Osmanen Germania abgespalten.

Hessens Innenminister Beuth sprach von einem "sorgfältig geplanten Schlag gegen die Organisierte Kriminalität in der Bundesrepublik". Von den Durchsuchungen solle eine klare Botschaft ausgehen: "Egal in welcher Kutte Kriminelle glauben, sich in unserem Land betätigen zu können, wir werden gemeinsam mit aller Härte des Rechtsstaats gegen sie vorgehen."

(top/dpa)
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