| 15.08 Uhr

Klinik in Osnabrück
OP-Kamera tötet Patientin

Osnabrück: Frau aus NRW wird in Klinik eingequetscht und stirbt
Blick auf eine Zufahrt zu den Paracelsus Kliniken in Osnabrück. FOTO: dpa, frg htf
Osnabrück. Tödliches Unglück auf dem Untersuchungstisch: Bei einer Behandlung in einem Krankenhaus in Osnabrück ist eine 77-Jährige eingequetscht worden und ums Leben gekommen.

Bei dem Unglück löste sich ein Teil eines über der Frau hängenden Untersuchungsgeräts. Das mehrere Hundert Kilo schwere Teil quetschte die Frau ein. Die Staatsanwaltschaft geht von einem technischen Defekt aus.

Die 77-Jährige aus Recke (Kreis Steinfurt) war bereits am Donnerstag vergangener Woche in die Klinik gekommen. Dort sollte sie mit einer sogenannten Gamma-Kamera auf mögliche Gewebeveränderungen untersucht werden - ähnlich dem Verfahren mit einem Magnetresonanztomographen (MRT). "Die Kamera ist dabei heruntergefallen und hat die Frau getroffen", sagte die Krankenhaus-Sprecherin Simone Hoffmann am Freitag.

Die 77-Jährige wurde zunächst noch im Krankenhaus behandelt. Am vergangenen Sonntag starb sie dann aber an den schweren Verletzungen. Menschliches Versagen oder ein Bedienungsfehler wird nach den ersten Ermittlungsergebnissen derzeit ausgeschlossen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun wegen fahrlässiger Tötung. Die Ergebnisse eines Gutachtens werden in der kommenden Woche erwartet.

Eine Woche vor dem Unfall habe der Hersteller die Kamera routinemäßig gewartet, sagte die Sprecherin der Klinik. Ähnliche Vorfälle aus anderen Städten in Deutschland seien ihr nicht bekannt. Der Raum mit dem Untersuchungsgerät sei sofort abgeschlossen worden, sagte die Sprecherin. Es sei im Krankenhaus das einzige Gerät dieser Art. Es werde nun nicht repariert, sondern ausgetauscht.

(dpa)
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