| 18.20 Uhr

20 Identitäten
Pariser Angreifer ist identifiziert

LKA-Razzia in Flüchtlingsheim in Recklinghausen
LKA-Razzia in Flüchtlingsheim in Recklinghausen FOTO: dpa, mku htf
Recklinghausen. Der Anfang Januar in Paris erschossene mutmaßliche Islamist war den Ermittlern zufolge ein Einzeltäter. Hinweise auf ein islamistisches Netzwerk hätten sich nicht bestätigt, sagte der Direktor des nordrhein-westfälischen Landeskriminalamtes, Uwe Jacob, am Freitag in Düsseldorf. Nun ist er identifiziert.

"Wir schließen mit Stand heute aus, dass es ein islamisches Netzwerk um diese Person gegeben hat", so Jacob. Dies sähen auch die französischen Kollegen so. Die 60-köpfige LKA-Kommission habe zudem den Mann identifiziert, der seit 2011 mit 20 verschiedenen Personalien in etlichen Ländern Europas unterwegs gewesen sei. Den Angaben nach handelte es sich um mit hoher Wahrscheinlichkeit um einen 24-jährigen Tunesier. 

Der in Deutschland als Walid Salihi bekannte Mann sei tatsächlich als Tarek Belgacem geboren worden. Die Identifizierung sei mit einem Fingerabdruck des Getöteten gelungen, Gewissheit solle eine noch ausstehende DNA-Analyse durch die Behörden in Frankreich bringen.

Nach seiner Einreise in die EU 2011 über Rumänien habe er in Österreich, Italien, Luxemburg, der Schweiz, Deutschland und Schweden Asylanträge gestellt. Er sei in Deutschland, Frankreich und Luxemburg straffällig geworden. Der Mann wollte am 07. Januar mit einem Beil bewaffnet in eine Polizeiwache im Pariser Norden eindringen und wurde dabei erschossen. Er rief "Allah ist groß" und trug eine Sprengstoffgürtel-Attrappe bei sich.

Außerdem trug er ein auf Arabisch verfasstes Bekennerschreiben mit der Flagge der Extremistenmiliz IS bei sich. Der Vorfall ereignete sich am ersten Jahrestag des islamistischen Anschlags auf die Redaktion der Satirezeitung "Charlie Hebdo".

Neun Asylbewerber festgenommen

Parallel zu Durchsuchungen des LKA fand am Freitag eine Razzia in zwei Recklinghäuser Asylunterkünften statt. Dabei hat die Polizei auf der Suche nach kriminellen Flüchtlingen neun Verdächtige festgenommen.

In drei Fällen werde illegaler Aufenthalt vermutet, teilte die Polizei mit. Sechs Personen würden wegen Diebstahls verdächtigt. Es seien Diebesgut, Einbruchswerkzeuge und offenbar auch Drogen sichergestellt worden.

(REU/dpa/isw)
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