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Wegen Missbrauchs angeklagt
Pfarrer Georg Kerkhoff wird ausgeliefert

Aachen. Der aus dem Bistum Aachen stammende und wegen Missbrauchs angeklagte Geistliche Georg Kerkhoff soll von Südafrika nach Deutschland ausgeliefert werden. Das teilte die Diözese am Mittwoch in Aachen mit.

Ein Strafverfahren in Südafrika gegen den Geistlichen sei eingestellt worden. Das südafrikanische Gericht sei aber dem Antrag der Staatsanwaltschaft Krefeld gefolgt und habe die Auslieferung angeordnet. Gegen den Pfarrer liegt ein internationaler Haftbefehl vor. Die Staatsanwaltschaft Krefeld wirft ihm vor, während seiner Dienstzeit im Bistum Aachen zwei Minderjährige sexuell missbraucht zu haben.

Pfarrer Kerkhoff war von 1994 bis 2007 in verschiedenen Gemeinden am Niederrhein tätig. Anfang 2007 wurde er für die Auslandsseelsorge im südafrikanischen Johannesburg freigestellt. Seit Mai 2008 ist er von seinen Aufgaben entbunden, da Eltern mutmaßliche sexuelle Übergriffe anzeigten. Zudem erstattete er im Mai 2010 bei der Staatsanwaltschaft Krefeld Selbstanzeige, nachdem er des sexuellen Missbrauchs in Deutschland beschuldigt worden waren.

Laut Bistum ist nicht bekannt, warum das Strafverfahren in Südafrika eingestellt wurde. Dort sei dem Geistlichen vorgeworfen worden, Kinder seiner Gemeinde gegen deren Willen festgehalten zu haben. Derzeit befinde er sich in Auslieferungshaft. Auch der südafrikanische Justizminister sei mit dem Fall befasst. Sobald das Verwaltungsverfahren abgeschlossen sei, werde Kerkhoff ausgeliefert.

Aachens Bischof Heinrich Mussinghoff hatte Kerkhoff. von seinen priesterlichen Aufgaben suspendiert und zur Einleitung weiterer Schritte die Unterlagen an die römische Glaubenskongregation weitergeleitet. Diese wies den Bischof an, mit weiteren kirchenrechtlichen Maßnahmen zu warten, bis Urteile in Südafrika und gegebenenfalls in Deutschland vorliegen.

(KNA)
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