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Handynutzung am Steuer
Polizei Dortmund fotografiert Unfall-Gaffer

Handynutzung am Steuer: Polizei Dortmund fotografiert Unfall-Gaffer
Die Dortmunder Polizei hat bei ihrem Einsatz auf der A44 am 16. November rund 25 Gaffer fotografiert - wie diesen Lkw-Fahrer. FOTO: Foto: Polizei Dortmund
Dortmund. Immer öfter filmen oder fotografieren Menschen aus dem Auto heraus Unfälle. Dabei gefährden sie oft sich und andere. Die Polizei Dortmund fotografiert jetzt selbst Gaffer, die bei einem Unfall mit dem Smartphone draufhalten.  Von Birte Köppen

Am 16. November führte ein geplatzter Lkw-Reifen zu einem Unfall auf der A44. Verletzt wurde dabei niemand. Der Fahrer verlor die Kontrolle, der Laster kam von der Fahrbahn ab und kippte auf die Seite. Von dem Unfall gibt es nun mindestens 25 Fotos - auf privaten Smartphones. So viele Autofahrer erwischte die Polizei Dortmund während des Einsatzes nämlich beim Gaffen und Fotografieren der Unfallstelle zwischen dem Autobahnkreuz Werl und der Anschlussstelle Unna-Ost.

"Dieses Verhalten ist nicht nur verboten, sondern vor allem lebensgefährlich", sagt Polizeisprecher Kim Freigang. "Wenn es unsere Kapazitäten an einer Unfallstelle zulassen, fotografieren wir Gaffer. Darauf folgt dann eine Anzeige."

Handynutzung am Steuer ist eine Ordnungswidrigkeit und wird mit 60 Euro und einem Punkt geahndet. Passiert schlimmeres, kann es sich auch um eine Straftat handeln. Gaffen selbst ist nicht verboten. Eine Gesetzesinitiative, die das ändern will, wurde im Mai auf den Weg gebracht. Die Polizei Dortmund würde es begrüßen, Gaffen entsprechend ahnden zu können, "viel wichtiger ist es uns aber, dass den Fotografen ihre Verantwortungslosigkeit bewusst wird."

Gegen das Gaffen kann bislang nicht strafrechtlich vorgegangen werden. Bei der Nutzung des Handys handelt es sich um eine Ordnungswidrigkeit. FOTO: Polizei Dortmund

Fotos finden sich auf Facebook wieder

Besteht die Möglichkeit, so konfrontieren die Polizisten die Gaffer mit ihrem Verhalten direkt. "Die Reaktionen reichen bis hin zur völligen Respektlosigkeit", sagt Freigang. Dabei nimmt das Gaffen zu. "Wir sehen und fotografieren immer mehr Menschen, die an Unfallorten teilweise stehenbleiben und so manchmal eine Fahrbahn blockieren." Die Fotos finden sich nachher auf Facebook wieder.

"Im schlimmsten Fall passiert dann so etwas wie beim Unfall auf der A46 bei Dortmund (am 10. Januar, Anm. d. Redaktion), wo die Angehörigen der Verstorbenen per Whatsapp von dem Unfall erfuhren, bevor wir sie informieren konnten."

 
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