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Frau filmt versuchten Suizid
Polizei nimmt Gafferin Videokamera weg

Frau filmt versuchten Suizid: Polizei nimmt Gafferin Videokamera weg
Die Polizei nahm einer Gafferin ihre Videokamera weg, weil sie einen Selbstmordversuch filmte (Symbolbild). FOTO: Gerhard Seybert
Dortmund. Während Höhenretter der Feuerwehr versuchen, eine Frau davon abzuhalten, sich vom Balkon zu stürzen, hält die Nachbarin alles auf Video fest. Den Suizid konnten die Einsatzkräfte verhindern, die Polizei stellte die Kamera der Gafferin sicher. 

Normalerweise berichtet die Polizei nicht über Suizidversuche: Doch dieser Fall ist eine Ausnahme. Denn er zeigt, wie schamlos sich Menschen in Notsituationen verhalten können. 

Am Dienstag werden Polizei und Feuerwehr alarmiert, weil eine Frau in der Dortmunder Innenstadt vom Balkon springen will. Die Polizei gibt nur wenige Details des Einsatzes preis. Den Höhenrettern der Feuerwehr gelingt es, die Frau in Sicherheit zu bringen. Sie befinde sich jetzt in ärztlicher Behandlung, wie die Polizei mitteilt. 

Doch während Polizisten und Feuerwehrleute alles dafür taten, die Frau von ihrem Vorhaben abzubringen, schnitt eine Nachbarin das Geschehen die ganze Zeit mit. Als die Polizisten darauf aufmerksam wurden, stellten sie die Digitalkamera sicher und zeigten die Nachbarin an. 

Gaffer bei Unfall mit Straßenbahn in Duisburg FOTO: Christoph Reichwein

Die Dortmunder Polizei weist darauf hin, dass Gaffertum mit bis zu zwei Jahren Haft bestraft werden kann. Wer die Hilfslosigkeit einer anderen Person zur Schau stellt und ohne Zustimmung der Person Bildaufnahmen anfertigt, macht sich gleich mehrfach strafbar. 

Zuletzt verursachte ein Fall aus Duisburg Aufregung in der Region. Bei einem Wohnungsbrand in Duisburg-Hochfeld musste die Feuerwehr die Polizei zur Hilfe rufen, weil 300 Schaulustige die Löscharbeiten behinderten.

Hier lesen Sie ein Interview mit einem Polizeipsychologen über das Phänomen der Unfall-Gaffer. 

 

(heif)
 
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