| 16.54 Uhr

Festnahme in Essen
Haftbefehl gegen mutmaßlichen Islamisten

So arbeitet ein Spezialeinsatzkommando (SEK)
So arbeitet ein Spezialeinsatzkommando (SEK)
Essen/Düsseldorf. In Essen ist am Donnerstagabend ein 32-jähriger mutmaßlicher Islamist von einer Spezialeinheit der Polizei festgenommen worden. Am Freitag erließ ein Richter Haftbefehl gegen den Mann. Er soll versucht haben, sich Waffen zu besorgen. Den Ermittlern zufolge habe er möglicherweise einen Anschlag geplant.

Nach Angaben der Polizei wurde der Verdächtige gegen 20 Uhr im Essener Nordviertel festgenommen, offenbar widerstandslos. Es handle sich um einen deutschen Staatsbürger, teilten die Ermittler weiter mit. Am späten Freitagvormittag bestätigten die Beamten unserer Redaktion, dass es sich bei dem Mann um einen Konvertiten handele.

Dem Staatsschutz sei bekannt geworden, dass der Mann sich radikalisiert habe. "Leute, die sich radikalisiert haben, werden überwacht", sagte Rainer Kock von der ermittelnden Essener Staatsanwaltschaft. Mehr habe sich aber bislang nicht ergeben. 

Untersuchungshaft angeordnet

Der Mann sei der Polizei "seit längerem bekannt" und stehe im Verdacht, "möglicherweise einen Anschlag geplant zu haben", hieß es vonseiten der Polizei. Wie diese auf Anfrage mitteilte, habe man mit ihm "bereits öfter zu tun gehabt", auch wegen anderer Delikte. "Der Mann stand unter Beobachtung", sagte Kock.

Am Freitagnachmittag wurde Haftbefehl gegen den 32-Jährigen wegen des versuchten Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz erlassen. Er habe sich offenbar Waffen beschaffen wollen, sagte die Polizei. Die Beamten hinderten den Mann daran. Nun sitzt er in Untersuchungshaft.

Die Polizei habe aber "keine Erkenntnisse für eine konkrete Anschlagsgefahr". Nähere Angaben zu möglichen Anschlagsplänen des Festgenommenen machte sie nicht. Das sei derzeit Gegenstand der Ermittlungen von Polizei und die Staatsanwaltschaft in Essen.

(das/wer/dpa)
 
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