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Einsatz gegen Hooligans in Frankreich
Polizisten aus NRW reisen zur Fußball-EM 2016

Deutsche Polizeidelegation bei Fußball-EM im Einsatz
Deutsche Polizeidelegation bei Fußball-EM im Einsatz FOTO: dpa, ve kde
Duisburg. Eine Delegation aus szenekundigen Beamten aus ganz Deutschland soll in Frankreich gewaltbereite deutsche Fans erkennen und von Auseinandersetzungen abhalten. Besonders das Gruppenspiel der Nationalmannschaft gegen Polen ist für die Polizisten eines mit besonderer Brisanz. Von Tim Specks

Bis zu zwölf Polizisten werden die französischen Sicherheitsbehörden während der EM unterstützen. Die Delegation setzt sich aus szenekundigen Beamten aus insgesamt acht Bundesländern zusammen. Drei von ihnen kommen aus Nordrhein-Westfalen, hinzu kommt der Leiter der Gruppe, Polizeioberrat Uwe Ganz, ebenfalls aus NRW.

Die Delegation wird jeweils zwei Tage vor dem entsprechenden Spiel der Nationalmannschaft am Spielort eintreffen. Zur ersten Partie reisen zunächst acht Beamte an. "Für das Spiel Deutschland gegen Polen am 16. Juni werden wir die Delegation mit vier weiteren Beamten verstärken", sagte Uwe Ganz am Montag in Duisburg. "Das ist für uns ein Spiel mit besonderer Brisanz."

Im Wesentlichen haben die Polizisten in Frankreich zwei Aufgaben. "Auf der einen Seite wollen wir ausschließen, dass Gewalttäter aus der deutschen Fanszene die Europameisterschaft als Bühne für Auseinandersetzungen nutzen", so Ganz.

Auf der anderen Seite soll den Sicherheitskräften vor Ort deutsches Fanverhalten erklärt werden, um Irritationen zu vermeiden – zum Beispiel die typischen Ansammlungen von Fangruppen in den Innenstädten der Spielorte, die auf Außenstehende bedrohlich wirken könnten. Auch wollen die Beamten in Frankreich Ansprechpartner für deutsche Fans sein.

Wie viele gewaltbereite Fans sich nach Frankreich aufmachen, ist laut Polizei wegen der räumlichen Nähe und deshalb möglicher spontaner Reisen nur schwer vorherzusagen. "Wir wissen, dass das Thema Europameisterschaft in der Hooliganszene intensiv diskutiert wird", so Uwe Ganz. Durch die Anwesenheit der Beamten sollen die Hooligans aus der Anonymität geholt werden. "Die Erfahrung zeigt: Wer weiß, dass die deutsche Polizei da ist und einen kennt, der überlegt sich zweimal, was er tut."

Auch im Inland haben die deutschen Sicherheitsbehörden Maßnahmen getroffen, um die Anreise von Hooligans zu verhindern. Rund 250 sogenannte Gefährderansprachen wurden durchgeführt. Die Beamten sprechen bekannte Krawallmacher gezielt an und machen ihnen klar, dass sie auch in Frankreich beobachtet werden.

Koordiniert wird der Einsatz von der Zentralen Informationsstelle Sporteinsätze (ZIS), die ihren Sitz beim LZPD hat. Wie lange die Delegation in Frankreich bleibt, hängt vom Abschneiden der deutschen Nationalmannschaft ab. Spätestens zwei Tage, nachdem die Nationalelf das Land verlassen hat, reisen auch die Beamten ab.

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