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Streit um Tierschutz
Schausteller halten an Pony-Reiten auf Kirmes fest

Pony-Reiten auf der Kirmes: Schausteller halten an Attraktion fest
Der zunehmende Protest hat Wirkung gezeigt: Das "Ponykarussell" ist dieses Jahr auf der Rheinkirmes in Düsseldorf nicht mehr dabei. FOTO: Hans-Jürgen Bauer
Düsseldorf. Gegen Ponyreiten auf der Kirmes oder einem Volksfest gibt es keine Bedenken, erklärte der Deutsche Schaustellerbund (DSB) - solange die tierschutzrechtlichen Bestimmungen eingehalten würden.

Die St.-Sebastianus-Schützen hatten zuvor dem sogenannten Ponykarussell auf der Düsseldorfer Rheinkirmes für dieses Jahr eine Absage erteilt. Bei der Attraktion konnten Kinder auf Ponys im Kreis reiten. Der Entschluss der Veranstalter, darauf künftig zu verzichten, war auch eine Reaktion auf Kritik von Besuchern. Diese empfanden die Haltung der Tiere als nicht artgerecht.

In der Mitteilung verteidigt der Schaustellerbund nun das Ponyreiten. Sowohl bei Haltung, Transport, Hege, Pflege als auch beim Einsatz der Tiere in der Reitbahn gebe es keine Versäumnisse. Zudem würden die Betriebe intensiv und jederzeit überprüft. Die Ponys müssten keine Schmerzen leiden und hätten ausreichend Pausen, um sich zu erholen.

Der DSB argumentiert außerdem, dass Ponys Lauftiere seien und beim Grasen auf der Weide am Tag etwa 30 Kilometer zurücklegen. Laufen im Kreis würde ihnen also nichts ausmachen. Schließlich sei auch die Begegnung von Kindern und Ponys wichtig - der enge Kontakt zum Tier sei ein wichtiges Erlebnis. "Eine pauschale Nichtzulassung von Ponygeschäften, wie gelegentlich von (vermeintlichen) Tierschützern gefordert, ist ein überzogener Aktionismus", lautet das Fazit des DSB. Der Gesetzgeber habe daher über die Vorgaben des Tierschutzes hinaus keine weiteren Anforderungen an die Schaustellerbetriebe gestellt.

Tiermediziner raten von Kirmes-Reiten ab

Für die Entscheidung der Rheinkirmes gab es unterdessen viel Zuspruch, sowohl von Tierschützern als auch von Kirmesgängern.

Auch Tiermediziner sehen die Kirmes-Attraktion kritisch. "Solch ein Pferdkarussell ist problematisch, weil die Tiere einer Reizüberflutung unterliegen", sagte Jörg Kotenbeutel, Sachverständiger für Pferdzucht, Ausbildung und Haltung am Pferdezentrum der Freien Universität Berlin in Bad Saarow, unserer Redaktion. "Es gibt auf der Kirmes einen konstanten Lärmpegel und auch Lichteffekte, die die Tiere ständig verarbeiten müssen. Die Begebenheiten für Ruhepausen sind auf einer Kirmes einfach nicht gegeben." Zudem seien nicht an allen Ständen Mitarbeiter vorhanden, die sich mit der Pflege und Haltung von Pferden ausreichend auskennen.

 

Quelle: RP
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