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"Prisma"
Foto-App verwandelt NRW-Städte in Kunstwerke

Neue App verwandelt NRW-Städte in Kunstwerke
Neue App verwandelt NRW-Städte in Kunstwerke FOTO: Foto: Andreas Endermann/bearbeitet: Prisma
Region. Van Gogh, Monet oder Kandinsky – die "Prisma"-App macht aus den Handy-Fotos ihrer Nutzer Kunstwerke. Fragwürdig ist nur, wie die Entwickler mit den Nutzerdaten umgehen.  Von Franziska Hein

Retro ist in – auch bei der Bildbearbeitung. Derzeit freuen sich die Nutzer sozialer Medien über die Foto-App "Prisma". Das Mini-Programm für das Smartphone ermöglicht es, eigene Fotos in einen Mondrian oder Munch zu verwandeln.

Etwa 20 verschiedene Filter gibt es. Angezeigt werden sie jeweils durch ein kleines Symbolbild, so dass Kunstkenner sofort wissen, welcher Künstler sich hinter den Filtern verbirgt. Vertreten sind Kunstrichtungen aller Epochen von Impressionismus bis Kubismus. Nutzer können ihre Bilder wie einen Van Gogh, Kandinsky, Franz Marc, Andy Warhol oder Roy Lichtenstein aussehen lassen. Dazu kommen Filter, die den Zeichenstil von japanischen Animes aufgreifen. Unter dem Hashtag #Prisma verbreiten sich die nachbearbeiteten Fotos derzeit weltweit im Netz. 

Die Bearbeitung geschieht jedoch nicht auf dem Smartphone selbst. Stattdessen lädt die App die Bilder auf einen Internetserver, wo sie von einem Algorithmus bearbeitet werden. Die Bildbearbeitung ist durch selbstlernende Programme möglich, die den Stil von Gemälden gescannt und kopiert haben. Außerordentlich leistungsstark müssen die Server sein, damit sie die Bilder in der gebotenen hohen Qualität und in der großen Menge verarbeiten können. 

Dass die Bilder hochgeladen werden, ist zwar praktisch, birgt jedoch ein Datenschutzrisiko. Hinter der App steckt ein russisches Unternehmen um den Entwickler Alexey Moiseyenkov. Der größte Investor ist die russische Internet-Firma "Mail.ru". In den Nutzungsbedingungen von "Prisma" steht, dass Informationen gespeichert und weiterverarbeitet werden können. Das ist ziemlich schwammig formuliert - was genau passiert, ist nicht ersichtlich. Gleichzeitig räumt der Nutzer der App weitreichende Rechte zur Weiterverwertung der eigenen Bilder ein. 

Das ist zwar auch in anderen sozialen Netzwerken wie Facebook oder Instagram gängige Praxis. Auch Bilder, die dort gepostet werden, können Anbieter theoretisch weiterverwenden. Weil das Geschäftsmodell hinter "Prisma" allerdings nicht vollkommen ersichtlich ist, sollten Nutzer überlegen, welche Bilder sie dort hochladen. Die App ist weitgehend werbefrei und im Augenblick noch kostenlos.

Hier haben wir einige Beispiele aus unserer Region gesammelt.

 
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