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Doppelmord-Prozess
Gutachterinnen regen Untersuchung von Marcel H.s Gehirn an

Mutmaßlicher Kindermörder Marcel H. vor Gericht
Mutmaßlicher Kindermörder Marcel H. vor Gericht FOTO: dpa, htf
Bochum. Wird Marcel H.s Gehirn untersucht, bevor die psychiatrischen Gutachterinnen zu einem Ergebnis kommen? Das wurde nun im Prozess vor dem Bochumer Landgericht angeregt. 

Im Prozess gegen Marcel H. vor dem Landgericht Bochum haben die psychiatrischen Gutachterinnen am Montag angeregt, das Blut des Angeklagten und sein Gehirn mittels Magnetresonanztomographie (MRT) untersuchen zu lassen. Eine Pressesprecherin des Landgerichts sagte: "Am Freitag wird erörtert, was genau diese Untersuchungen bringen sollen." 

Möglicherweise geht es um erbliche Krankheiten und Anomalien - es gab in den USA schon Tests, bei denen im MRT nachgewiesen wurde, dass bei Straftätern emotionale Netzwerke verkümmert und sie nicht zur Empathie fähig waren. Im Prozess wurde immer wieder deutlich, wie mitleidlos Marcel H. ist. Mehrere Zeugen beschrieben seine Unfähigkeit, sich in andere Menschen einzufühlen.

Marcel H. hatte zu Beginn des Prozesses über seinen Verteidiger gestanden, seinen neunjährigen Nachbarsjungen und einen 22-jährigen Bekannten in Herne getötet zu haben. 

Da am Montag der Verteidiger des 19-Jährigen nicht am Prozess teilnehmen konnte, dauerte die Verhandlung nur kurz. Erst am Freitag wird darüber entschieden, ob die Schwurgerichtskammer die zusätzlichen Untersuchungen für sinnvoll erachtet. 

Eigentlich sollte die Beweisaufnahme im Prozess bald geschlossen werden, es sind bis Ende November noch drei Verhandlungstage angesetzt. 

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(hsr)