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Prozess wegen Steuerbetrugs
Dubioser Brief verbietet Mauss die Aussage

Prozess gegen Werner Mauss: Brief verbietet ihm die Aussage
Ex-Geheimagent Werner Mauss steht derzeit in Bochum vor Gericht. Er soll rund 15 Millionen Euro Steuern hinterzogen haben. FOTO: dpa, a kno
Bochum. Die Richter im Steuerprozess Mauss haben Post erhalten. Per Brief wird dem Angeklagten die Aussage verboten, Absender soll angeblich der BND sein. Alle Seiten gehen von einer Fälschung aus. 

Wirbel im Steuerprozess gegen den Ex-Geheimagenten Werner Mauss: Die Richter haben ein dubioses Schreiben erhalten, in dem Mauss verboten wird, vor Gericht auszusagen. Absender soll angeblich der Bundesnachrichtendienst (BND) sein. Sowohl die Richter das Landgerichts Bochum, als auch die Staatsanwaltschaft und die Verteidigung halten dieses Schreiben aber für eine Fälschung.

Ankläger Timo Dörffer hat bereits ein Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt eingeleitet wegen des Verdachts der Urkundenfälschung. Die Staatsanwaltschaft hält es allerdings für denkbar, dass auch Mauss als Absender in Frage kommen könnte. Sie will seine Fingerabdrücke nehmen und mit Spuren auf dem Briefumschlag vergleichen lassen.

Hat Mauss den Brief selbst geschrieben?

Mauss selbst hat sich im Prozess nicht zu dem dubiosen Schreiben geäußert. Seine Verteidiger halten es für absolut ausgeschlossen, dass der 76-Jährige als Verfasser infrage kommt. Deshalb werde man es auch nicht zulassen, dass Fingerabdrücke genommen werden. "Wir werden das mit allen rechtlichen Mitteln verhindern", sagte Verteidiger Franz Salditt.

In dem dubiosen Schreiben, das am 19. Oktober 2016 beim Landgericht Bochum eingegangen ist, heißt es unter anderem: "Herr Werner Mauss darf keine Aussage machen, weil er der Geheimhaltung unterliegt." Außerdem wird bestätigt, dass der prominente Angeklagte Geld für geheime Missionen erhalten und treuhänderisch verwaltet hat.

BND: Brief ist Fälschung

Die Staatsanwaltschaft hatte nach Eingang des dubiosen Briefes sofort Kontakt zum Bundesnachrichtendienst aufgenommen. Dort war ihr nach eigenen Angaben dann umgehend bestätigt worden, dass es sich wohl um eine Fälschung handelt. "Man hat sich am Telefon sehr belustigt über das Schreiben gezeigt", schilderte Staatsanwalt Dörffer weiter.

Mauss steht vor Gericht, weil er mit Hilfe von Stiftungen und Nummernkonten Geld versteckt haben soll. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, rund 15 Millionen Euro Steuern hinterzogen zu haben.

(lsa/dpa)
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