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Bonn
Prozess um "Mord ohne Leiche" wird neu aufgerollt

Bonn. Ein 43-Jähriger, der seine Frau erwürgt haben soll, steht in einem Prozess um einen "Mord ohne Leiche" erneut vor Gericht. Der Bundesgerichtshof hatte seine Verurteilung wegen Rechtsfehlern einkassiert. Eine Leiche wurde nie gefunden.

Er habe seiner "arglosen Ehefrau" in der Nacht zum 9. September 2012 ein Beruhigungsmittel eingeflößt und sie am nächsten Morgen in noch benommenem Zustand in Tötungsabsicht die Treppe hinuntergestoßen, hieß es zum Prozessauftakt am Montag in Bonn in der Anklage. Da sie noch lebte, habe er sie später im Bett zu Tode gewürgt. Der Leichnam der Frau wurde nie gefunden.

Das Bonner Landgericht hatte den Mann bereits vor zwei Jahren wegen Totschlags zu einer elfjährigen Haftstrafe verurteilt. Nach Auffassung der obersten Richter hatte das Landgericht die Angaben einer zentralen Zeugin - eine frühere Freundin des Angeklagten - nicht kritisch genug eingeordnet.

Zu Beginn der erneuten Hauptverhandlung stand die Rolle dieser Zeugin im Mittelpunkt. Die Frau hatte einst geschildert, der 43-Jährige habe ihr gestanden, seine Frau erwürgt, zerstückelt und im Abfall seiner Arbeitsstätte - einer Krankenhausküche - entsorgt zu haben. Der Angeklagte hatte dagegen ausgesagt, er habe das erfunden. Noch bei der Verurteilung hatte der Mann beteuert, unschuldig zu sein.

Das Bonner Gericht plant weitere 15 Verhandlungstage bis Mitte November ein.

 

(lnw)
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