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Prozess um Vergewaltigungen in Troisdorf
Anklage fordert lange Haft für mutmaßlichen Serien-Vergewaltiger

Prozess um Vergewaltigungen in Troisdorf: Anklage fordert 13,5 Jahre Haft für 33-Jährigen
FOTO: dpa, mg tmk
Bonn. In Bonn geht der Prozess gegen den Mann zu Ende, der drei Frauen in Troisdorf vergewaltigt haben soll. Die Staatsanwaltschaft forderte unter Ausschluss der Öffentlichkeit eine lange Haftstrafe.  Von Claudia Hauser

Er soll vor fünf Jahren drei Frauen in Troisdorf vergewaltigt haben, am Mittwoch ging der Prozess gegen Alex S. (Name geändert) vor dem Bonner Landgericht in seine Schlussphase. Der 33 Jahre alte Angeklagte bestreitet die Taten nach wie vor. 

Weil die Öffentlichkeit während der Vernehmungen der drei Opfer ausgeschlossen worden war, wurden auch die Plädoyers hinter verschlossenen Türen gehalten. Wie zu erfahren war, hat die Staatsanwaltschaft 13,5 Jahre Haft für die drei Vergewaltigungen und schwere räuberische Erpressung für den Angeklagten gefordert. Sollte er sich im Gefängnis den Therapiemaßnahmen verweigern, könnte das Gericht nachträglich noch eine Sicherungsverwahrung anordnen.

Gutachter rechnet mit 25 Prozent Rückfallwahrscheinlichkeit

Die Sicherungsverwahrung soll dazu dienen, die Allgemeinheit vor Tätern zu schützen, die ihre Strafe verbüßt haben, aber als gefährlich gelten. Sie kann neben einer Freiheitsstrafe angeordnet werden, die immer zuerst verbüßt werden muss. Kommt ein Täter nach seiner Haftstrafe in Sicherungsverwahrung, muss alle zwei Jahre geprüft werden, ob weiterhin eine Gefahr von ihm ausgeht. 

er psychiatrische Gutachter hatte dem Angeklagten im Verfahren eine Rückfallwahrscheinlichkeit von 25 Prozent bescheinigt. Alex S. habe sich bislang noch überhaupt nicht mit den Taten auseinandergesetzt. Im Prozess lachte er immer wieder und schaute dem Treiben zu, als ginge ihn das Ganze überhaupt nichts an. 

Angeklagter bestreitet Taten

Alex S. soll zwischen April und November 2012 drei junge Frauen überfallen und vergewaltigt haben. Seine DNA wurde an den Tatorten gesichert. Gefasst wurde er erst im Januar dieses Jahres, nachdem er bei einem Einbruch geschnappt worden war. Die dort gefundene DNA stimmte mit den früheren Spuren überein. 

Der Angeklagte sagte vor Gericht, der Sex mit einer der Frauen sei einvernehmlich gewesen, die anderen beiden kenne er nicht. In Troisdorf sei er "bekannt wie ein bunter Hund" - vor allem wegen seiner vielen Frauengeschichten. Seine DNA sei deshalb dort überall zu finden. Im Prozess blieb er bei dieser Version. Alle Opfer mussten deshalb in den Zeugenstand treten.

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In seinem letzten Wort sagte er am Mittwoch sinngemäß, er hätte den Frauen diesen Gang gerne erspart, aber er sei nunmal nicht der Täter. Sein Verteidiger forderte einen Freispruch. 

Am Donnerstag wird das Urteil verkündet.