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"Osmanen Germania" in NRW
Polizei stellt bei Rockerrazzia Waffen und Drogen sicher

Razzia gegen "Osmanen Germania": Das sagt die Polizei Essen zu den Durchsuchungen
Essen. Die Polizei hat am Dienstag Räume des Rockerclubs "Osmanen Germania" in NRW durchsucht. In über 20 Städten gingen die Beamten gegen die Rocker vor. Es wurden Waffen und Drogen gefunden. 

Um 6 Uhr hatte die Razzia unter Führung des Polizeipräsidiums Essen begonnen. 41 Objekte wurden durchsucht. Die Beamten stellten zahlreiche Kutten, Datenträger, Schriftstücke, aber auch einige Waffen und Drogen sicher, teilte die Polizei mit. Die Auswertungen werden noch einige Tage in Anspruch nehmen, hieß es.

Die Durchsuchungen waren Teil einer bundesweiten Aktion, neben NRW wurde auch in Hessen und Baden-Württemberg gegen die Rocker vorgegangen. Nach Angaben des Bundesinnenministeriums besteht der dringende Verdacht, dass Zweck und Tätigkeit der Osmanen Germania den Strafgesetzen zuwiderlaufen.

In Nordrhein-Westfalen durchsuchten laut NRW-Innenministerium rund 800 Beamte mehr als 40 Wohnungen und Geschäftsräume des Vereins. "Bund und Länder zeigen mit den heutigen Maßnahmen, dass wir kriminelle Aktivitäten egal vor welchem gesellschaftlichen Hintergrund nicht dulden", erklärte der geschäftsführende Innenminister Thomas de Maizière laut Mitteilung. "Das liegt voll auf unserer nordrhein-westfälischen Null-Toleranz-Linie", erklärte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU).

Infos: Das ist die Rockergruppe "Osmanen Germania"

SEK im Einsatz

Teilweise setzte die Polizei bei den Durchsuchungen Spezialkräfte ein, weil die betroffenen Rocker als gefährlich eingeschätzt wurden.

Die Razzia sollte der Aufklärung von Vereinsstrukturen und Aktivitäten dienen. Um die Durchsetzung eines Vereinsverbots gehe es nicht.

Einsätze gab es in Essen, Duisburg, Herten, Hilden, Bergisch Gladbach, Köln, Bottrop, Gelsenkirchen, Marl, Bochum, Recklinghausen, Plettenberg, Werdohl, Lüdenscheid, Witten, Bergneustadt, Wuppertal, Radevormwald, Wenden, Siegen, Gladbeck, Ahlen und Lengerich.

Polizei beobachtet Szene genau

Der Verein bezeichne sich als Boxclub und gebe vor, Jugendliche von der Straße holen zu wollen, hieß es beim Bundesinnenministerium. Tatsächlich aber liege der Zweck in der gewalttätigen Gebiets- und Machtentfaltung sowie in der Selbstbehauptung gegenüber konkurrierenden rockerähnlichen Gruppierungen. "Wir beobachten die Szene sehr genau und lassen uns von diesen Organisationen nicht blenden", sagte Reul.

Die Behörden sind wiederholt mit Razzien und Festnahmen gegen die Osmanen Germania BC vorgegangen. Im vergangenen Dezember erhob die Staatsanwaltschaft Stuttgart Anklage gegen acht mutmaßliche Mitglieder der Gruppierung wegen versuchten Mordes und versuchten Totschlags. Vor einem Monat war bei einem Einsatz der 43-jährige frühere "Präsident" der Osmanen Germania in Wuppertal von einem SEK-Beamten erschossen worden.

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Die Rockergruppe steht nach Einschätzung des nordrhein-westfälischen Innenministeriums in Verbindung zur türkischen Regierungspartei AKP und zum Umfeld des Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan. Die Gruppierung vertrete türkisch-nationalistische und rechtsextremistische Positionen.

Die Polizei will im Laufe des Tages weitere Details bekannt geben.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Textes hatte es geheißen, die Polizei setze mit der Razzia ein Vereinsverbot durch. Das war nicht korrekt, um die Durchsetzung eines Vereinsverbots geht es laut Polizei ausdrücklich nicht. Wir haben den Text korrigiert.

(lsa/lnw/AFP)