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Razzia im Bergischen Land
Bundespolizei nimmt Schleuserbande in NRW fest

Wuppertal. Die Bundespolizei hat in NRW am Dienstagmorgen eine Schleuserbande zerschlagen. Im Raum Wuppertal, Solingen und Ratingen wurden zahlreiche Objekte durchsucht, technische Geräte sichergestellt. Der Kopf der Bande wurde verhaftet.

Das bestätigte Armin Roggon, Pressesprecher der Bundespolizeiinspektion Düsseldorf, auf Anfrage unserer Redaktion. Der WDR hatte zuerst darüber berichtet.

An der Razzia waren insgesamt 200 Beamte beteiligt. Darunter auch Spezialkräfte, weil damit gerechnet werden musste, auf bewaffneten Widerstand zu stoßen, so Roggon. 40 Objekte in Wuppertal, Solingen und Ratingen wurden bei der Aktion durchsucht.

Den mutmaßlichen Mitgliedern der Tätergruppe wird zur Last gelegt, im großen Stil Menschen verschiedener Nationalitäten über Ungarn und Österreich nach Deutschland eingeschleust zu haben. Der Bande konnten bislang 50 Schleusungen nachgewiesen werden, dabei wurden rund 250 Personen verdeckt über die Grenzen nach Deutschland gebracht, die meisten von ihnen waren Syrer. Pro Person kassierten die mutmaßlichen Täter 1500 Euro. 

Der Kopf der Bande, ein 48-jähriger Deutsch-Libanese, wurde laut Roggon in Wuppertal-Vohwinkel festgenommen. Er wurde bereits mit Haftbefehl gesucht. Außerdem wurden sechs weitere Personen festgenommen. Dabei handelt es sich um vier Männer (22, 22, 46, 54) sowie zwei Frauen (44, 45). 

Bei den übrigen Beschuldigten handelt es sich vorwiegend um Personen aus dem Raum Wuppertal, Solingen, Ratingen und zwei Städten im Saarland (Völklingen, Lebach). An diesen Orten wurden am Dienstagmorgen zeitgleich die Durchsuchungsbeschlüsse der Staatsanwaltschaft Wuppertal vollstreckt. Zahlreiche mutmaßliche Mitglieder der Tätergruppe gelten als gewalttätig. 

Die Beamten stellten in den durchsuchten Objekten USB-Sticks, Festplatten, Laptops, Sim-Karten, gefälschte Ausweisdokumente, über 10.000 Euro Bargeld sowie 36 Handys sicher.

Die Ermittler von Bundespolizei und die Staatsanwaltschaft Wuppertal gehen davon aus, dass die Beschuldigten die Schleusungen über die sogenannte Balkanroute gewerbsmäßig organisiert haben. Den Beschuldigten drohen mehrjährige Freiheitsstrafen. 

(csr)
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