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Razzien gegen Schleuserbanden
Bundespolizei durchsucht Wohnung in Duisburg

Bundesweite Razzia gegen Schleuserbanden
Bundesweite Razzia gegen Schleuserbanden FOTO: dpa, spf pil
Duisburg/Düsseldorf. Mit groß angelegten Razzien in insgesamt vier Bundesländern ist die Bundespolizei am Dienstag gegen organisierte Schlepperbanden vorgegangen. Auch in Duisburg wurde eine Wohnung durchsucht. 

Nach Angaben des Dresdner Oberstaatsanwalts Jürgen Schär wurden in einer Wohnung im Duisburger Stadtteil Marxloh Datenträger sichergestellt. Festgenommen wurde dort niemand. Bei den durchsuchten Räumen handelt es sich laut Staatsanwaltschaft um die Wohnung eines Mannes, der an Schleuser-Taten beteiligt gewesen sein soll. Oberstaatsanwalt Schär bezeichnete ihn im Gespräch mit unserer Redaktion als "Mosaiksteinchen". "Die beschlagnahmten Daten werden wir in den kommenden Tagen auswerten", sagte er.

Ein Sprecher der Bundespolizei bezeichnete die Duisburger Wohnung als Außenstelle der Schleuserbande. Nach Angaben des Sprechers trafen die Einsatzkräfte den Bewohner am Morgen in seiner Wohnung an. Der Mann sei an Ort und Stelle vernommen worden. 

Im Auftrag der Staatsanwaltschaft Dresden durchsuchten am Dienstag rund 150 Einsatzkräfte der Bundespolizei insgesamt sechs Wohn- und Geschäftsräume in Nordrhein-Westfalen, Hessen, Berlin und Baden-Württemberg. Bei den Durchsuchungen konnte laut Bundespolizei umfangreiches Beweismaterial sichergestellt werden.

Den Tätern wird vorgeworfen, in mehr als 15 Fällen 348 vorwiegend syrische Staatsangehörige unter teilweise menschenunwürdigen Bedingungen nach Deutschland geschleust zu haben. Die Schleuserorganisation erwirtschaftete mit den Taten mindestens 150.000 EUR.

In Berlin wurde ein 35-jähriger Ägypter wegen des Verdachts der banden- und gewerbsmäßigen Einschleusung von Ausländern festgenommen. Gegen einen weiteren Hauptbeschuldigten der Bande konnte ein internationaler Haftbefehl erwirkt werden. Anfang November wurde bereits ein syrischer Tatverdächtiger aufgrund eines Europäischen Haftbefehls aus Ungarn von der Bundespolizei festgenommen.

(sef/siev)
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