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Ruhrgebiet
Razzien in NRW: Drogenring aufgedeckt

Razzien in Gelsenkirchen: Drogenring aufgedeckt
Von den neun Festgenommenen befinden sich acht in Untersuchungshaft. FOTO: dpa
Gelsenkirchen. Der Polizei ist es gelungen, einen international handelnden Drogenring aufzudecken. Bei einer Razzia am Donnerstag spürte ein Drogenhund ein halbes Kilogramm Heroin auf. Von neun Festgenommenen sitzen nun in acht in Untersuchungshaft.  

Eine Sonderkommission des Gelsenkirchener Kommissariats zur Bekämpfung der Organisierten Kriminalität ermittelt seit Mitte 2015 gegen mehrere Drogendealer. Die nun gefassten Haupttäter seien ein 43-jähriger Hertener und ein Pärchen im Alter von 50 und 53 Jahren aus Gelsenkirchen. Die harten Drogen seien aus den Niederlanden nach Deutschland eingeschmuggelt worden. Das Rauschgift sei anschließend massenhaft in kleinen Portionen durch drei weitere Tatverdächtige aus Gelsenkirchen an Drogenabhängige weiterverkauft worden. 

Außerdem ergaben die Ermittlungen, dass der 43-jährige Hertener für einen Großdealer in Holland mehrere Kurierfahrer vermittelte. Diese hätten größere Mengen harter Drogen in eigens dafür präparierten Autos von Rotterdam nach Spanien gefahren. Dafür erhielten die Kuriere jeweils mehreren Tausend Euro. 

Ein solcher Transport konnte nach Polizeiangaben am 11. November 2015 in der Nähe von Paris gestoppt werden. Im Fahrzeug einer 57-jährige Gelsenkirchenerin und ihrer 55-jährigen Schwester hätten die Polizisten mehr als sechs Kilogramm Kokain gefunden - mit einem geschätzten Verkaufswert von 300.000 Euro. Die beiden Frauen befänden sich in französischer Untersuchungshaft. Der 43-jährige Haupttäter sei zwei Tage später in Gelsenkirchen festgenommen worden. Ihm wurde vorgeworfen, gewalttätig gegen seine Lebensgefährtin geworden zu sein. Mittlerweile bestehe auch ein zweiter Haftbefehl wegen Drogenhandels.

Obwohl der 43-Jährige mittlerweile in U-Haft saß, wurde der Drogenhandel von dem Pärchen dennoch weiter betrieben. Dies beschafften die Drogen dann aus anderen Quellen im Ruhrgebiet. Ende Oktober habe die Polizei die mutmaßlichen Drogendealer in Essen festgenommen. Bei dem 50-Jährigen seien 110 Gramm Heroin sichergestellt worden. Unmittelbar im Anschluss an die Festnahme erfolgten gleichzeitig Razzien in Gelsenkirchen, Datteln-Ahsen, Geldern und Bochum. 

In der Wohnung der 49-Jährigen Weiterverkäuferin in Gelsenkirchen hätten die Polizisten ca. 440 Gramm Heroin gefunden. In der Wohnung ihres nicht eingeweihten Sohnes hätten sie zudem mehr als zwei Kilogramm Heroin in einer Kühlbox versteckt. Das Pärchen und die 49-Jährige säßen nun in Untersuchungshaft.

Im Rahmen weiterer Durchsuchungen habe die Polizei zwei weitere Tatverdächtige aus Gelsenkirchen (35 und 44 Jahre) festgenommen, gegen die ebenfalls ein Haftbefehl erlassen worden sei. Bei der letzten Durchsuchung am 28. Januar habe der  Drogenhund "Moses" im Kofferraum des Pkw eines weiteren 45-jährigen Tatverdächtigen 450 Gramm Heroin aufgespürt. Auch dieser befinde sich nun in Untersuchungshaft.

 

(haka)