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Sinkende Milchpreise
Remmel fordert Notmaßnahmen für Milchbauern

Düsseldorf. NRW-Landwirtschaftsminister Johannes Remmel (Grüne) fordert angesichts der niedrigen Milchpreise Notmaßnahmen für die betroffenen Bauern. Bundesminister Christian Schmidt (CSU) müsse nun "schnellstmöglich eine freiwillige Vereinbarung zwischen Molkereien und Milchbauern zur Milchmengenreduzierung auf den Weg bringen."

Die Maßnahme hatte die Agrarministerkonferenz von Bund und Ländern Mitte April beschlossen. Die aktuellen Milchpreise seien "ruinös", sagte Remmel. "Von Erzeugerpreisen um die 20 Cent pro Liter kann keine bäuerliche Familie leben." Das sei kein Strukturwandel mehr, sondern "bedeutet Strukturbruch mit katastrophalen Folgen für den ländlichen Raum." Sollten die Preise so niedrig bleiben, werde bald keine Kuh mehr auf der Weide grasen.

"Hier werden am Ende die Verbraucher diese Preispolitik der Discounter und Zwischenhändler zahlen", sagte Remmel. Erste Discount-Ketten haben die Preise für Milch und Milchprodukte kräftig gesenkt; ein Liter Trinkmilch kostet nur noch 46 Cent.

In Deutschland und in ganz Europa wird mehr Milch produziert als nachgefragt. Das drückt die Preise. Gründe sind das Auslaufen der Milchquote in der EU vor gut einem Jahr, das Embargo Russlands und eine schwächere Nachfrage aus China. Seit Mitte April ist eine Ausnahmeregelung der EU in Kraft, wonach sich Bauern für maximal sechs Monate über eine Mengenreduzierung absprechen dürfen.

(AFP)
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