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Rodungen im Hambacher Forst
Braunkohle-Aktivisten bewerfen Polizei mit Steinen

Aktivisten stören Rodungen im Hambacher Forst
Aktivisten stören Rodungen im Hambacher Forst FOTO: dpa, mb
Kerpen. Im Hambacher Forst bei Kerpen haben umstrittene Rodungsarbeiten begonnen. Die Polizei hatte sich auf heftigen Protest von Aktivisten gegen die Abholzung des Waldes eingestellt. Am Mittag gab es erste Auseinandersetzungen.

Nach Polizeiangaben haben Braunkohlegegner Steine auf Einsatzkräfte und RWE-Mitarbeiter geworfen und Polizeifahrzeuge beschädigt. Eine Gruppe von bis zu 50 Leuten habe versucht, zum Gebiet der Rodungen vorzudringen. Die Polizei habe sie mit Pfefferspray daran gehindert. Ein Einsatzfahrzeug sei beschädigt worden.

Zudem fanden Polizisten entlang der am Forst gelegenen L276 vorgefertigte Nagelbretter. Diese waren mit Seilen versehen, mit denen sie über die Fahrbahn hätten gezogen werden können. Die Polizei stellte die Bretter sicher.

Nach Angaben eines Sprechers des Energiekonzerns RWE hatten Arbeiter im nicht besetzten Teil des Waldes am Braunkohltagebau Hambach am Montagvormittag begonnen, den Unterwuchs zu beseitigen und Bäume zu fällen. "Das wird intensiv von den Waldbesetzern verfolgt", sagte RWE-Sprecher Guido Steffen.

Das Verwaltungsgericht Köln hatte die Rodungen am vergangenen Freitag in erster Instanz erlaubt. Dieses Urteil schaffe weitere Planungssicherheit, hieß es bei RWE: "Der Tagebaubetrieb kann und wird unverändert weiterlaufen."

Polizei ist mit mehreren Hundertschaften vor Ort

Die Aachener Polizei rechnet bei den anstehenden Rodungen mit Widerstand und hat sich auf einen größeren Einsatz eingestellt. Sie war am Morgen nach eigenen Angaben mit mehreren Hundertschaften vor Ort, um RWE-Mitarbeiter und betriebliche Einrichtungen im Wald zu schützen und zur Abwehr von Gefahren.

Nach ihren Erkenntnissen besteht die Waldbesetzer-Szene aus rund 200 tendenziell gewaltbereiten Protestlern der linksautonomen Szene. Einige von ihnen leben in Baumhäusern und Zelten in dem Teil des Waldes, der gerodet werden soll.

RWE geht davon aus, dass die Rodungsarbeiten in dem uralten Wald mehrere Wochen dauern. Es gebe keine Planungen, wie weit die Arbeiten pro Tag fortschreiten müssen, wie RWE-Sprecher Guido Steffen sagte. "Machen wir uns nichts vor, die Schwierigkeiten werden ja dann kommen, wenn wir in den besetzten Wald reinmüssen. Da ist ja nicht absehbar, was da an Widerstand kommt", sagte Steffen.

Die Bundesvorsitzende der Grünen, Simone Peter, forderte per Twitter die nordrhein-westfälische CDU/FDP-Landesregierung auf, zu intervenieren. "Obwohl Kölner Hambach-Urteil noch nicht rechtskräftig ist, schafft RWE schon Fakten", twitterte sie. "Das, was da im Hambacher Forst stattfindet, ist durch die Rechtslage eindeutig gedeckt", sagte dagegen RWE-Sprecher Steffen.

(sef/lnw)
 
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