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Rohrreiniger auf Aachener Spielplätzen
Verdächtiger fühlte sich von Kinderlärm gestört

Rohrreiniger auf Aachener Spielplätzen - Verdächtiger gesteht
Rohrreiniger liegt auf der Erde (Symbolfoto) FOTO: dpa, fg jhe
Aachen. Ein Mann soll auf Aachener Spielplätzen ätzenden Rohrreiniger verstreut haben. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hat der 53-jährige Verdächtige die Taten gestanden. Als Motiv gab er an, der Kinderlärm habe ihn genervt.

Bei der Vernehmung durch die Polizei habe der Mann auch gesagt, dass er sich von vielen Personen verfolgt gefühlt habe, teilte die Staatsanwaltschaft am Donnerstag mit. Eine psychiatrische Erkrankung sei nicht ausgeschlossen. Das Aachener Amtsgericht habe die Unterbringung des Mannes in der Psychiatrie angeordnet.

Der Tatverdächtige soll seit Juni die ätzende Chemikalie an Aachener Grillhütten und auf Spielplätze gestreut haben. Drei Kinder waren leicht verletzt worden. Der Mann hat nach Angaben der Staatsanwaltschaft auch gestanden, schon vorher Spielgeräte in einer Grünanlage mit Kot beschmiert zu haben. Der Mann sollte am Donnerstagnachmittag dem Haftrichter vorgeführt werden.

Die Ermittler waren dem 53-Jährigen mit einer Fotofalle in dem Park auf die Spur gekommen. Als der Täter am Sonntag die Chemikalie auf Kinderschaukel und Klettergerüst ausbrachte, lief er laut Staatsanwaltschaft in die Fotofalle.

Staatsanwaltschaft ermittelt wegen versuchter Tötung

Nur Stunden nach der Veröffentlichung der Bilder wurde der Mann festgekommen. Bei der Wohnungsdurchsuchung in Nachbarschaft zu dem Park fanden Polizisten unter anderem auch Rohrreiniger. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen ihn wegen des Verdachts der versuchten Tötung, weil kleine Kinder an der Chemikalie hätten sterben können.

Die drei Kinder, die durch den Kontakt mit der Chemikalie leicht verletzt wurden, kamen noch glimpflich davon: Nach kurzem Krankenhaus-Aufenthalt konnten sie wieder nach Hause. Zwei betroffene Kinder gehörten nach früheren Angaben der Stadt zu einer Kindergartengruppe, die an einer Grillhütte war. Die Stadtverwaltung hatte daraufhin alle Kindergärten angeschrieben und gewarnt.

(lsa/sef/lnw/AFP)