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Uni Bochum
Schäden nach Stromausfall noch nicht absehbar

Uni Bochum hat "stromfrei"
Uni Bochum hat "stromfrei" FOTO: dpa, mku cul
Bochum. Eine Uni ohne Strom - das hat mehr Folgen als nur dunkle Büros. In Bochum retteten Studenten während des Blackouts vor zwei Wochen ihre gekühlten Proben und Enzyme. Und hoffen nun auf wenig Verluste.

Nach dem 20-stündigen Stromausfall Mitte des Monats prüft die Ruhruniversität Bochum, welche Schäden für die Forschung entstanden sind. Vor allem gekühltes Material habe sich durch den Blackout erwärmt, so dass noch nicht abzusehen sei, ob damit weiter gearbeitet werden könne, sagte Uni-Sprecher Jens Wylkop am Dienstag. Vor knapp zwei Wochen hatten zwei defekte Leitungen die Hauptversorgung mit Strom auf dem Campus lahmgelegt. Nach 20 Stunden gingen dann die ersten Lichter wieder an.

In der Medizinischen Fakultät beschafften Studenten während des Blackouts am 15. und 16. April eigene Generatoren, um Enzyme, Antikörper und sensible Gewebeproben von Menschen mit seltenen Krankheiten auf Temperaturen von minus 80 Grad zu halten, so die Uni. "Vieles ist das Ergebnis jahrzehntelanger Arbeit und wäre unwiederbringlich", sagte der Sprecher.

Auch an den Fakultäten für Biologie und Biotechnologie organisierten Studenten Hilfe. So sicherten zwei Hochleistungsgeneratoren die Versorgung mit Notstrom in den Tier- und Gentechniklaboren. Bei Proben, die in Bewegung bleiben müssen und sonst von Maschinen geschüttelt oder gedreht werden, legten Doktoranden selbst Hand an, um sie zu bewahren.

Derzeit sammelt die Universität Schadensmeldungen der Institute. "Wir haben noch keinen Überblick", so Jens Wylkop. Es dauere Wochen oder sogar Monate, bis mögliche Verluste als Folgen des Stromausfalls beziffert werden könnten.

Unterdessen haben vereinzelte Lehrstühle auch Kritik am Gebäudemanagement während des Blackouts geäußert. So seien die Forscher, die ihr Material schützen wollten, aufgefordert worden, die Labore zu verlassen, als der Krisenstab alle Gebäude räumen ließ. Einige Wissenschaftler hätten sich jedoch mehr Verständnis für ihre Arbeit gewünscht und fühlten sich nach eigenen Angaben im Stich gelassen. Man habe seinen Fokus auf die Sicherung von Menschenleben gelegt, heißt es auf der Homepage der Universität.

(lnw)
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