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Studie
Radikalisierte Jugendliche wissen wenig vom Islam

Osnabrück/Bielefeld. Junge Menschen, die sich gewaltbereiten radikalislamischen Gruppen anschließen, wissen einer Studie zufolge sehr wenig vom Islam. "Man kann sagen, sie bauen sich ihren eigenen 'Lego-Islam'", sagt Michael Kiefer vom Institut für Islamische Theologie der Universität Osnabrück.

Kiefer legte am Montag eine Studie vor, die zusammen mit dem Institut für Interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung der Universität Bielefeld erstellt wurde und in der es um eine gewalttätige salafistische Jugendgruppe geht.

Untersucht wurden 5757 Postings einer dschihadistischen WhatsApp-Gruppe, der zwölf junge Männer im Alter von 15 bis 35 Jahren angehörten. Der Chat zeige die Kommunikation und die Gruppendynamik unmittelbar vor einem geplanten Anschlag. Wer die Personen sind und um welchen Anschlag es sich handelt, soll anonym bleiben.

Die Mitglieder der Gruppe haben so gut wie keine Bindung an Moscheegemeinden oder traditionelle Formen des Glaubens, so die Forscher. Sie betrachte sogar die Mehrheit der Muslime, die nicht ihren radikalen Ansichten folge, als Feinde. "Man kann nicht von einer Radikalisierung des Islam sprechen, sondern eher von einer Islamisierung der Radikalität", sagte Kiefer.

(lsa/lnw)
 
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