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Angst um Herden
Schäfer warnen vor jagenden Wölfen in NRW

Fotos: Seit dem Jahr 2000 wieder in Deutschland heimisch
Fotos: Seit dem Jahr 2000 wieder in Deutschland heimisch FOTO: dpa, iwa cul lof
Düsseldorf. Nordrhein-Westfalens Schäfer warnen davor, dass Wölfe bereits bald zu einer ernsten Gefahr werden könnten. Es gebe bislang wenige Mittel, um sich vor den Raubtieren zu schützen. Naturschützer warnen vor Panikmache.

Die Angst vor Wölfen wird bei den Schafzüchtern und Schäfern in Nordrhein-Westfalen immer größer. "Ich rechne damit, dass wir in den nächsten zwei bis drei Monaten Risse haben werden", sagt Gerd Dumke, ein Vorstandsmitglied der Schafzüchtervereinigung in NRW, der Nachrichtenagentur dpa. Es haben sich zwar offiziell noch keine Wölfe in NRW niedergelassen. Aber in NRW gibt es Regionen, die für den Wolf geeignet sind. "Es ist also nur eine Frage der Zeit", sagt auch Nabu-Wolfsexperte Markus Bathen.

In Nordrhein-Westfalen gibt es rund 130.000 Schafe (Stand Ende 2014). Die Zahlen zum Bestand im vergangenen Jahr sollen an diesem Dienstag veröffentlicht werden.

Schützen könnten sich die Schäfer vor den Raubtieren nur sehr schlecht, warnt Dumke. Zwar könnten Herden nachts umzäunt und Hütehunde zum Schutz eingesetzt werden. Trotzdem gebe es in Wolfsgebieten immer wieder tödliche Angriffe auf Schafe.

Aggressivere Herdenschutzhunde können Wölfe zwar in die Flucht schlagen - doch sie kosten viel Geld und vertragen sich nach Ansicht Dumkes nicht mit Hütehunden. Bis zu 4000 Euro müssten für einen Herdenschutzhund gezahlt werden, weitere 1000 Euro Unterhaltskosten pro Jahr kämen noch dazu, rechnet Dumke vor. Für kleinere Schäfereien lohne sich das nicht.

"Ich verstehe die Sorgen der Schäfer, aber mit bestimmten Zäunen und Hundetypen können die Schafe hochgradig geschützt werden", sagt dagegen Nabu-Experte Bathen. Die Schafhalter müssten beim Aufstellen der Zäune einen anderen Blickwinkel einnehmen: Es gehe weniger darum, dass die Schafe nicht entkommen könnten, sondern darum, dass Wölfe nicht hereinkämen. "Bachläufe müssen zum Beispiel abgesichert werden. Denn Schafe gehen zwar nicht durch Wasser, der Wolf aber schon", sagt Bathen.

Schafzüchter Dumke fühlt sich vom Ministerium allein gelassen. Förderprogramme für die Zäune gegen die Wölfe gebe es momentan in NRW noch nicht. "Prävention, Kompensation, Monitoring - das sind alles Punkte, die angesprochen werden müssen", sagte Dumke. Zum Schutz hat das Umweltministerium in NRW zwei "Notfallsets" mit wolfssicheren Elektrozäunen als ad-hoc-Maßnahme angeschafft. Falls Wölfe gesichtet werden, können sich Schäfer die Zäune ausleihen. "Zusätzlich haben wir auch ein Verfahren für die Entschädigung von Nutztierrissen entwickelt", sagte Frank Seidlitz vom nordrhein-westfälischen Umweltministerium.

(lukra/lnw)
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