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Nach verlegter Feier in Lüneburg
Schulleiter in NRW behalten Weihnachtsfeiern bei

Nach verlegter Feier in Lüneburg: Schulleiter in NRW behalten Weihnachtsfeiern bei
Kurz vor den Ferien wird in deutschen Schulen noch Weihnachten gefeiert (Symbolbild). FOTO: Shutterstock.com/ peerapong suankaew
Düsseldorf . In Lüneburg hat eine Schule ihre Weihnachtsfeierlichkeiten verlegt - möglicherweise wegen der Beschwerde einer muslimischen Mitschülerin. Nun fragen sich viele, ob in NRW ähnliche Probleme bestehen. Wir haben an ein paar Schulen nachgefragt.  Von Susanne Hamann

Von einer verpflichtenden Veranstaltung tagsüber auf freiwillig und nachmittags hat eine Schule in Lüneburg ihre Weihnachtsfeierlichkeiten verlegt. Wie der NDR ursprünglich berichtete, verzichtete die Schulleitung in diesem Jahr auf eine verpflichtende Feier während der Unterrichtszeit, um damit Rücksicht auf muslimische Schüler zu nehmen. Zwar hat der Schulleiter diese Aussage inzwischen mit der Erklärung dementiert, es habe einen Personalwechsel im Kollegium gegeben. Der Vorfall wirft jedoch die Frage auf, ob die Feierlichkeiten zu Weihnachten auch an anderen Schulen zu Diskussionen führen. 

Anfragen in zwei Schulen in Düsseldorf und einer in Köln zeigen jedoch: Schulleiter in NRW sehen überhaupt kein Problem bei den Feierlichkeiten. "Das Thema ist mir total fremd", sagt Berthold Pütz, Schulleiter der Justus-von-Liebig-Realschule in Düsseldorf. "Ich bin seit zehn Jahren an dieser Schule, und musste mich mit dem Thema noch nie auseinandersetzen."

Ähnlich sieht das auch Raimund Millard, Schulleiter am Schloß-Gymnasium Benrath: "Wir hatten noch keine Beschwerden über unsere Weihnachtsfeierlichkeiten. Wir halten am Freitag sogar noch einen Gottesdienst während der Schulzeit ab, und auch darüber gab es keinerlei Klagen." Verlegen würde Millard die Feierlichkeiten ohnehin nicht, nur ein betreutes Alternativangebot für jene Schüler schaffen, die nicht daran teilnehmen wollen.

"Alle Kinder freuen sich über den Weihnachtsbaum"

Eine Vorgehensweise, die auch das Erzbistum Köln für richtig hält. "Genauso, wie Religionsunterricht in Deutschland für niemanden verpflichtend ist, kann man auch niemanden verpflichten an einer Weihnachtsfeier teilzunehmen", sagt Ulrich Hennes, Stadtdechant des katholischen Gemeindeverbandes Düsseldorf. "Ich bin aber auch nicht dafür, die Weihnachtsfeierlichkeiten wegen einer Minderheit abzusagen, sondern ich glaube, man kann dafür genauso zusammenkommen, wie viele beispielsweise Chanukka mitgefeiert haben, obwohl sie nicht dem jüdischen Glauben angehören."

Gegen ein freiwilliges Weihnachtsfest am Nachmittag spricht laut Hennes nichts. Man müsse dann allerdings ein betreutes Angebot für jene schaffen, die nicht teilnehmen wollen. "Denn viele der Schüler sind ja noch nicht volljährig." 

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In vielen Schulen wird Weihnachten ohnehin nicht in großer Gemeinschaft in der Aula gefeiert, sondern in den einzelnen Klassen. "Aber ich kann sagen, dass sich bei uns alle Kinder über den Weihnachtsbaum freuen und darüber, dass es so eine besondere Zeit im Jahr ist", bestätigt auch Markus Jansen, Schulleiter der Henry-Ford-Gesamtschule in Köln. 

(ham)
 
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