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Wuppertal
Die Schwebebahn als Klassenzimmer oder Waffel-Café

Schwebebahn Wuppertal: Wagen werden verkauft - die Pläne
Die Bewerberfrist dauert noch bis zum 30. September. Anschließend soll im Internet über die Gewinner abgestimmt werden. FOTO: dpa, obe
Wuppertal. Bis 2017 wird die aus den 1970er Jahren stammende Schwebebahn-Flotte in Wuppertal ausgemustert. 21 Wagen sollen für jeweils für 5000 Euro verkauft werden. Schon jetzt reiben sich viele potenzielle Käufer die Hände und planen, wie sie die Wagen einsetzen. 

Das Kaufinteresse an einem Wagen der berühmten Wuppertaler Schwebebahn ist groß. "Wir haben bislang doppelt so viele Anfragen, als Wagen verkauft werden sollen", berichtete der Sprecher der Stadtwerke Wuppertal, Holger Stephan. Bis 2017 wird die aus den 1970er Jahren stammende Schwebebahn-Flotte ausgemustert und durch neue Wagen ersetzt. Von den 25 alten Wagen sollen 21 Stück zum Preis von jeweils 5000 Euro verkauft werden. Ab dem 19. Oktober wird eine E-Mail-Adresse für Bewerber genannt.

Ein Wagen im originalen blau-orangen Design der 70er Jahre soll eventuell als Erinnerungsstück in Betrieb bleiben. Die Stadtwerke als Eigentümer der Schwebebahn wollen zudem drei der 24 Meter langen und zehn Tonnen schweren Kolosse verschenken. Die Bewerberfrist dauert noch bis zum 30. September. Anschließend soll im Internet über die Gewinner abgestimmt werden.

Schwebebahn wieder im Einsatz FOTO: dpa, Rolf Vennenbernd

Eine Schule wolle einen Wagen aufstellen, um einen Pausenraum oder ein Klassenzimmer daraus zu machen. Ein Bürgerverein plane ein Waffel-Café. Allerdings halte sich insgesamt das Interesse in Grenzen, räumte der Stadtwerke-Sprecher ein. "Wir wollen einige, die Pläne haben, noch mal gezielt ansprechen."

Kaufinteressenten gebe es aber reichlich. Viele von ihnen hätten sich schon vor Jahren gemeldet. "Eine Privatperson will sich den Wagen im Garten aufstellen", sagte Stephan. Eine Firma plane, einen Zug auf das Dach einer Mehrzweckhalle hieven. Allerdings: Eine Schwebebahn kann man nicht einfach aufstellen, sondern muss dafür ein Fundament bauen. Die Dachkonstruktion wiederum ist tonnenschwer und muss abmontiert werden, wenn der Zug nicht hängt.

Die weltweit einmalige Schwebebahn fährt seit über 100 Jahren in zwölf Meter Höhe durch die Stadt und ist immer noch das Rückgrat des öffentlichen Nahverkehrs. Ein Großteil der Strecke verläuft durch das enge Tal über der Wupper.

(lnw)
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