| 19.38 Uhr

Drei Fälle in NRW
Shoppingcenter schulen Mitarbeiter für den Fall eines Terroralarms

Bombendrohung gegen Solinger Hofgarten
Bombendrohung gegen Solinger Hofgarten FOTO: Guido Radtke
Düsseldorf. Innerhalb weniger Tage wurden Einkkaufszentren in Essen, Solingen und Gelsenkirchen von Terroristen oder anonymen Erpressern bedroht. Jedes Mal wurden die Gebäude aufwendig durchsucht. Viele Shoppincenter bereiten ihre Mitarbeiter in Schulungen auf diese Ernstfälle vor.

Nach dem Terroralarm im Einkaufszentrum Limbecker Platz in Essen haben am Montag anonyme Bombendrohungen in Solingen und Gelsenkirchen für Aufregung gesorgt. In Solingen wurde das Einkaufszentrum Hofgarten zeitweise geschlossen, nachdem im Internet ein Anschlag mit einer "Chemiebombe" angekündigt worden war. Die Stadt richtete einen Krisenstab ein, Schüler durften ihre Schulen am Mittag nicht verlassen. Stunden später gab die Polizei Entwarnung: Die Drohung stellte sich als falscher Alarm heraus. In Gelsenkirchen öffnete ein Saturn-Elektromarkt erst mit Verspätung – die Polizei ging einem Hinweis auf einen Sprengkörper nach, fand aber keinen verdächtigen Gegenstand.

Für den Fall einer Bedrohung bereiten mittlerweile viele Shoppingcenter ihre Mitarbeiter mit Schulungen auf Ernstfälle vor. Das Management des Hofgarten n Solingen etwa führt zweimal im Jahr Proberäumungen des Centers durch, das dann binnen 15 Minuten von allen Angestellten und Kunden verlassen werden muss. Auch das Management des Remscheider Alleecenters schult seine Angestellten sowie ausgewählte Mitarbeiter der Geschäfte für Gefahrenlagen. Komme es zu einer Bombendrohung, würden Briefe mit Verhaltensregeln an einzelne Angestellte verteilt, die dann in ihren Läden nach verdächtigen Gegenständen suchen, erklärt Center-Managerin Andrea Schwenke. "Natürlich zunächst so unbemerkt wie möglich, um keine unnötige Panik unter den Besuchern zu verbreiten."

Im Oberhausener Centro gibt es bereits seit 1996 ein Sicherheitskonzept, sagt Leiter Marcus Remark. Nach dem Lkw-Anschlag in Nizza im vergangenen Jahr seien allerdings verstärkte Absperrungen angebracht worden – früher, als ohnehin zuvor geplant.

Polizei schließt Einkaufszentrum Limbecker Platz in Essen FOTO: Rene Anhuth/ ANC-NEW

Im Essener Einkaufszentrum bleibe die Zahl der Security-Mitarbeiter nach der Terrorwarnung vom Wochenende vorerst erhöht, sagt Managerin Alexandra Wagner. Bereits seit 2015 existiere ein überarbeitetes Sicherheitskonzept für den Fall einer Bedrohung. Dieses beinhalte etwa Codewörter, mit denen Mitarbeiter von der Öffentlichkeit unbemerkt auf Gefahren hingewiesen werden können. Der Chef des Bundeskriminalamtes, Holger Münch, verteidigte unterdessen die Entscheidung vom Samstag, den Limbecker Platz zu schließen: Bei einem Anschlagsverdacht sei es richtig, zu handeln statt abzuwarten.

(or/rky/tsp)
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Drei Fälle in NRW: Shoppingcenter schulen Mitarbeiter für den Fall eines Terroralarms


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.