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Straftäter
Sicherungsverwahrte von NRW leben jetzt in einem Neubau

Sicherungsverwahrung: Justizvollzugsanstalt Werl hat einen Neubau
Auch der Eingangsbereich der JVA in Werl wurde neu gestaltet. FOTO: dpa, mg htf
Werl . Straftäter, die nach Verbüßung ihrer Haft immer noch als gefährlich gelten, landen in der Sicherungsverwahrung. Die muss sich aber deutlich von einer Gefängniszelle unterscheiden. In Werl hat das Land NRW deshalb einen Neubau errichtet.

Die Sicherungsverwahrten aus NRW sind seit einigen Wochen alle gemeinsam in einem neuen Trakt der Justizvollzugsanstalt Werl untergebracht. Von den dort neu geschaffenen 140 Zellen mit eigener Kochecke und Bad sind nach Auskunft von JVA-Leiterin Maria Look derzeit 110 belegt. Damit könne NRW nach mehreren Gerichtsurteilen eine den Gesetzen entsprechende Unterbringung der Sicherungsverwahrten gewährleisten, sagte Justizminister Thomas Kutschaty (SPD) nach einem Besuch der JVA am Donnerstagabend.

100-Millionen-Euro-Investition

Dafür hat das Land in den vergangenen Jahren in Werl fast 100 Millionen Euro investiert. Außer den neuen Plätzen für die Sicherungsverwahrung wurde ein neuer Eingangs- und Besucherbereich für die gesamte JVA gebaut. Außerdem gibt es eine Krankenstation und ein Werkstatt-Gebäude, in dem die Sicherungsverwahrten auf Wunsch auch ohne Kontakt zu den momentan 840 Strafgefangenen der Strafanstalt arbeiten können.

Im März waren zunächst 57 Sicherungsverwahrte aus der JVA Werl in den Neubau eingezogen. "Die haben wir lange darauf vorbereitet", sagte Look. So hätten die Sicherungsverwahrten das Gebäude kurz vor der Fertigstellung schon besichtigen können. Später seien auch die Sicherungsverwahrten aus Aachen nach Werl umgezogen. "Die müssen sich jetzt noch zusammenfinden. Und es gibt auch immer noch einige technische Probleme wie bei jedem Neubau", sagte Look.

Abstand vom Vollzug

Insgesamt sei sie mit der Situation zufrieden, sagte die JVA-Chefin. Der Minister sagte, dass es in Werl gut gelungen sei, den von den Gerichten geforderten Abstand zum Vollzug zu schaffen und trotzdem die Sicherheit zu gewährleisten. "Das sind ja alles Menschen, denen man die Freiheit entzieht, obwohl sie ihre Strafen verbüßt haben", sagte Kutschaty. Man müsse mit Therapie dafür sorgen, dass sie irgendwann einmal nicht mehr gefährlich sind.

Die freigewordenen Plätze in der JVA sind bereits wieder belegt. Nach der plötzlichen Evakuierung der Justizvollzugsanstalt Münster habe man knapp 100 der dortigen Gefangenen übernommen, sagte Look. Im bis zum Frühjahr für die Sicherungsverwahrung genutzten Gebäude seien nun 57 Häftlinge aus Münster untergebracht, die während ihrer Haft einen ordentlichen Schulabschluss machen.

(lai/dpa)
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