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Milliarden-Projekt
Rhein-Ruhr-Express: Siemens soll 82 Züge bauen

Der lange Weg zum Rhein-Ruhr-Express
Der lange Weg zum Rhein-Ruhr-Express FOTO: VRR
Gelsenkirchen. Das Milliarden-Projekt Rhein-Ruhr-Express (RRX) kommt langsam aufs Gleis: Die beteiligten Verkehrsverbände haben sich darauf geeinigt, Siemens den Zuschlag für Bau und Instandhaltung von 82 RRX-Zügen zu geben.

Wie sie am Dienstag mitteilten, müssen allerdings noch ihre politischen Gremien der Empfehlung zustimmen.

Ziel des nach Schätzungen mehr als zwei Milliarden Euro teuren Projektes ist es, die großen Städte im bevölkerungsreichsten Bundesland in schneller Taktung zu verbinden. Am Ende sollen die Züge auf der Kernstrecke zwischen Köln und Dortmund alle 15 Minuten fahren und täglich mehr als 31 000 Pkw-Fahrten auf die Bahn verlagern. Die endgültige Entscheidung über das Ende des seit Oktober 2013 laufenden europaweiten Vergabeverfahrens soll spätestens am 26. März stehen.

NRW-Verkehrsminister Michael Groschek (SPD) begrüßte den Beschluss. "Mit den neuen RRX-Fahrzeugen wird bereits ab 2018 auf den bestehenden RE-Strecken mehr Komfort geboten", unterstrich er in einer Mitteilung. "Die Pendler bekommen endlich ein attraktives Angebot." Alte Züge würden nach und nach ersetzt.

Das Land NRW wird sich neben Pauschalen, die die Verbände aus Regionalisierungsmitteln erhalten, zusätzlich mit 60 Millionen Euro am Kauf der Fahrzeuge beteiligen. Das Gesamtauftragsvolumen sei noch vertraulich, teilte ein Sprecher des Ministeriums mit.

Mit Siemens habe sich das wirtschaftlichste Angebot im Wettbewerb gegen zwei Konkurrenten durchgesetzt, berichtete Groschek. Die fünf beteiligten Verkehrsverbände unter Federführung des VRR teilten mit:
"Die vom Hersteller geplanten Züge sind besonders leistungsstark, komfortabel und bieten neben einem barrierefreien Einstieg deutlich mehr Kapazitäten als herkömmliche Nahverkehrszüge." In der Ausschreibung war verlangt, dass es pro Zug mindestens 800 Sitzplätze geben müsse - pro Fahrzeug mindestens 400 sowie zwei Toiletten.

Siemens soll die Fahrzeuge bereitstellen, sich um die Wartung kümmern und mindestens 30 Jahre deren hundertprozentige Verfügbarkeit garantieren. Die Verkehrsverbände werden die rechtlichen Eigentümer der Züge und verpachten sie an die Eisenbahnunternehmen, die damit die künftigen RRX-Linien betreiben.

(dpa)
 
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