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Student aus Münster erzählt von der Terrornacht in Paris
"Sobald die Leute zum Stehen kamen, wurden sie panisch"

Student aus Münster erzählt von der Terrornacht in Paris: "Sobald die Leute zum Stehen kamen, wurden sie panisch"
Maximilian Foppe studiert in Paris. FOTO: Facebook/Maximilian Foppe
Paris. Der 24 Jahre alte  Maximilian Foppe aus Münster studiert in Paris und hat die Terrornacht vom 13. November im Pariser Fußballstadion miterlebt. Der Masterstudent wollte wie so viele Menschen einfach nur ein Freundschaftsspiel sehen. Jetzt müsse man mit der Angst leben, sagt er. RP-Volontärin Lisa Kreuzmann hat am Montag mit Foppe gesprochen.

Herr Foppe, Sie studieren in Paris und waren im Stade de France als die ersten Bomben explodierten. Wann haben Sie erfahren, dass es sich um Terroranschläge handelt?
Maximilian Foppe: Wir haben die Detonationen im Stadion gehört, die aber erstmal für Feuerwerk gehalten. Uns hat dann während des Spiels eine Freundin angerufen und uns erzählt, dass es wohl Bomben waren. Wir hatten im Stadion kaum Internet und konnten nicht einordnen was los war. Deshalb haben wir entschieden früher aus dem Stadion zu gehen. Draußen war es schon recht voll, und die Stimmung war kurz davor zu kippen. Wir sind dann zurück ins Stadion gegangen und haben erst dort Stück für Stück erfahren, was eigentlich los war.

Warum sind Sie zurück ins Stadion gegangen?
Foppe: Die Lage draußen war sehr unübersichtlich. Sobald die Leute zum Stehen gekommen sind, wurden sie panisch. Es wussten ja nun alle, was passiert war. Im Stadion war es deutlich ruhiger.

So gedenkt die Region der Opfer in Paris FOTO: dpa, mjh wst

Sie leben seit vielen Monaten in der Stadt, was macht der Terror mit den Parisern; hat Freitagnacht Ihren Blick auf Paris verändert?
Foppe: Jeder hat die Anschläge im Kopf und die Stimmung ist gedrückter als sonst. Allerdings hat jeder eine andere Art damit umzugehen. "So traurig es klingt, aber man findet sich mit dem Gedanken ab, das Terroranschläge wieder passieren können." Gleichzeitig geht das Leben aber weiter: Studieren, Alltagsroutine und auch Ausgehen. In Paris steckt so viel Leben, dass es schwer wäre, sich auf Dauer zurückzuziehen.

Fühlen Sie sich in Paris denn momentan noch sicher?
Foppe: Ja im Grunde fühle ich mich sicher. Wie gesagt, man lebt mit dem Gedanken im Hinterkopf, dass ein Terroranschlag wieder passieren kann. Aber zu seinem Alltag zurückzukehren, gibt einem mehr Sicherheit als jede Polizeipatrouille.

Düsseldorfer treffen sich zur Mahnwache am Burgplatz FOTO: dpa, mjh wst
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