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Temperaturen über 30 Grad
So setzt die Hitze NRW zu

Tipps, wie man der Hitze entgegenwirkt
Tipps, wie man der Hitze entgegenwirkt FOTO: AP
Düsseldorf. Die Hitzewelle hat NRW voll im Griff. Bis zu 35 Grad können es in den kommenden beiden Tagen werden, warnt der Deutsche Wetterdienst. Am Donnerstag stehen Unwetter bevor.

Am Mittwoch ist es im Rheinland mit Temperaturen von bis zu 33 Grad am dritten Tag in Folge sehr heiß. Auch nachts kühlt es sich vielerorts nicht unter 20 Grad ab. Am Donnerstag legt die Sonne nochmal zu: Es wird verbreitet heiß mit Temperaturen zwischen 29 und 35 Grad, berichtet der Deutsche Wetterdienst (DWD).  Ab Mittag bilden sich dann immer mehr Quellwolken und es kann zum Teil kräftige Gewitter mit starkem Regen, Hagel und Sturmböen geben, die Unwetterpotential haben. Menschen und Tieren, aber auch Straßen und Gebäuden setzt die Hitze zu. Der DWD hat deshalb für Mittwoch und Donnerstag für den Süden von NRW eine Hitze-Warnung herausgegeben.

Ältere Menschen zum Trinken animieren

Die hohen Temperaturen sind eine Herausforderung für den Körper. Selbst gesunde Menschen sollten sich in der Hitze keinen starken Belastungen aussetzen. Kranken und älteren Menschen setzt das Wetter in diesen Tagen besonders zu. "Bei uns geht alles ein bisschen ruhiger", sagt Hans Zoethout, Abteilungsleiter im Katharina-von-Bora-Haus in Düsseldorf-Bilk.

13 Trinktipps bei Hitze FOTO: RPO

"Das ist eine ganz natürliche Reaktion des Körpers." In dem Seniorenheim wird bei den hohen Temperaturen darauf geachtet, dass alle Menschen genug trinken. "Die meisten machen das von alleine, aber gerade bei Menschen mit Demenz muss man vermehrt darauf gucken", sagt Zoethout. Darüber hinaus werden mehr frische und gekühlte Speisen angeboten, Früchte wie Wassermelonen, außerdem Eis und Eiskaffee. Und: "Fast alle unsere Bewohner, die mobil sind, sitzen jetzt draußen im Schatten und versuchen ein bisschen Wind abzubekommen", sagt Zoethout. Wie man sich bei der Hitze am besten verhält, erfahren Sie hier. 

Feuerwehr muss Flüchtlingsunterkunft kühlen

In Duisburg-Obermarxloh wird seit Dienstagnachmittag eine Traglufthalle gekühlt, in der 330 Flüchtlinge untergebracht sind. In der Halle war die Temperatur laut Stadt zwischenzeitlich auf 32 Grad angestiegen - auch, weil eine Belüftungsanlage defekt sei. Um den Aufenthalt in den Unterkünften wieder erträglich zu machen, wurden die Dächer der Hallen mit Wassernebel aus Pumpen und Wasserwerfern besprüht. Die defekte Belüftungsanlage wurde repariert. Mittlerweile habe es sich im Inneren der Hallen auf 21 und 26 Grad abgekühlt. Die Feuerwehr bleibe so lange im Einsatz, bis sich die Wetterlage ändere. Die Kühlung laufe derzeit über eine Standpumpe.

Trotz Hitze gut schlafen FOTO: Shutterstock/Air Images

Aber auch in zahlreichen normalen Wohnungen und vor allem im Dachgeschoss wird es oft sehr heiß. Richtig Lüften hilft, die Temperatur in der Wohnung erträglich zu halten. Man sollte die Fenster am besten am frühen Morgen oder am späten Abend öffnen, wenn die Außentemperatur etwas gesunken ist. Tagsüber sollte man die Fenster geschlossen halten und durch Jalousien oder Läden abschirmen, um eine direkte Sonneneinstrahlung zu verhindern. Außerdem sollte man alle Elektrogeräte ausschalten, die nicht benötigt werden - auch sie können Wärme abstrahlen. 

Mitunter macht die enorme Hitze auch Straßen zu schaffen. In Castrop-Rauxel schmolz am Montag der Asphalt einer innerstädtischen Straße. So etwas kann auch auf Autobahnen oder Landstraßen geschehen. In NRW sei dies aber noch nie vorgekommen, sagte ein Sprecher des Straßenbaubetriebs Straßen-NRW.

Waldbrandgefahr in NRW ist hoch

Die Kommunen in der Region warnen aufgrund der anhaltenden Trockenheit vor erhöhter Waldbrandgefahr. Für den Großraum Düsseldorf hat der Deutsche Wetterdienst die zweithöchste Warnstufe ausgerufen. Förster und Feuerwehren sind vermehrt auf Kontrollgängen unterwegs, insbesondere an Stellen, an denen im Sommer viel los ist. Immer wieder komme es vor, dass Gruppen, die an Seen grillen, die Kohle am Waldrand wegkippten. "Es braucht nur einen Funken, um die trockenen Nadeln am Waldboden anzuzünden", sagt der Leverkusener Förster Karl Zimmermann. Wichtig ist, dass Waldbesucher sofort die Notrufnummer 112 wählten und nicht erst versuchten, den Förster zu informieren, wenn sie einen Brand bemerken.

Bauern fürchten Ernteeinbußen

Hitze: So schützen Sie ihre Haustiere FOTO: Uli Herhaus

Wegen der hohen Temperaturen müssen sich die Bauern in der Region Sorgen um ihre Ernte machen. Auch Bauer Engels aus dem kleinen Dorf Wickrathberg bei Mönchengladbach fürchtet um seine Kartoffeln. "Temperaturen über 25 Grad können den Kartoffeln schaden. Durch die Hitze kommt es zu einem Wachstumsstillstand und wenn es dann irgendwann anfängt zu regnen und sich abkühlt, dann wachsen sie weiter. Das kann aber zu einem Qualitätsverlust führen", sagt Engels. Die Ernte der Frühkartoffeln ist bereits vorüber, sie sind von der Hitzewelle verschont geblieben. Ob seine übrigen Kartoffeln Schaden genommen haben, wird Bauer Engels erst im August und September feststellen können. "Dann wird nämlich erst geerntet." 

Der starke Sonnenschein macht den Äpfeln besonders zu schaffen. Nach Frostschäden in der Blütezeit könnte die Apfelernte nun auch noch durch Sonnenbrand gefährdet werden, sagte der stellvertretende Geschäftsführer des Provinzialverbands Rheinischer Obst- und Gemüsebauern, Peter Muß. "Die Sonnenseite der Äpfel wird braun und verfault", beschrieb er das Phänomen des Sonnenbrandes. Noch sei das zwar nicht zu erkennen. Sollten in den kommenden Monaten aber weitere Hitzewellen folgen, bestehe die Gefahr von Ernteausfällen für die Obstbauern.

(cbo/lis/lsa/sef/skr/top/url)
 
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