| 17.46 Uhr

Saisonstart in NRW
Alles, was Sie schon immer über Spargel wissen wollten

Welche Mythen sich um den Spargel ranken
Welche Mythen sich um den Spargel ranken FOTO: dpa, bse soe fux
Düsseldorf. Endlich gibt es wieder Spargel - in diesen Tagen beginnt die Saison für das beliebte Gemüse. Dazu beantworten wir die zehn wichtigsten Fragen: Ist der Niederrhein wirklich das Zentrum des Spargelanbaus? Wie war das nochmal mit dem Silberbesteck? Und nicht zuletzt: Wo sind die besten Spargelhöfe der Region? Von Jessica Kuschnik

Seit Ende Juni 2015 warten Spargelfans darauf, dass die Saison wieder losgeht. Jetzt ist es endlich soweit, der erste heimische Spargel liegt in den Regalen. Doch nicht nur auf dem Teller macht die Stange Spaß – wir haben die besten Fun-Facts zum Spargel zusammengetragen.

  1. War Spargel früher ein Arme-Leute-Essen?
    Im Gegenteil: Als die Pflanze im 16. Jahrhundert kultiviert wurde, war ihre Aufzucht eine so langwierige Aufgabe, dass sich nur der Adel den Genuss des "Königs der Gemüse" leisten konnte. Von der Vorbereitung bis zur Ernte vergehen damals wie heute locker drei Jahre. Weil heute Maschinen bei Anbau und Ernte eingesetzt werden, geht den Spargelbauern heute alles viel leichter von der Hand – damit ist das Gemüse für jeden erschwinglich. 
     
  2. Gibt es nur zwei Sorten Spargel – grün und weiß?
    An die Zwei kann man locker zwei Nullen dranhängen: Die Gattung Asparagus umfasst mindestens 200 verschiedene Arten und Unterarten. Davon kann man aber nicht alle essen. Einige werden als Zierpflanzen genutzt. Auf dem Teller landet der Gemüsespargel oder Gemeine Spargel (Asparagus officinalis). Übrigens gibt es den auch in violett. 
     
  3. Ist Spargel giftig?
    Bevor die Fans des Gemüses jetzt in Panik ausbrechen: Ganz so dramatisch ist es nicht. Die roten Beeren der Pflanze sind tatsächlich leicht giftig. Laut Giftzentrale NRW führt der Verzehr von fünf und mehr Beeren aber lediglich zu Erbrechen und Bauchschmerzen. Gelegentlich treten allergische Hautreaktionen auf. Der Spargel trägt aber nur Beeren, wenn man ihn auswachsen lässt. Dazu kommt es auf dem Feld erst gar nicht: Geerntet werden die jungen Triebe, die sich noch unter der Erde befinden. 
     
  4. Warum riecht Spargel-Pipi so unangenehm?
    Hier kommen zwei Umstände zusammen: Zum einen sorgt Spargel dafür, dass man nach dem Essen öfter mal zur Toilette muss. Diese harntreibende Wirkung gilt aber als gesund. Zum anderen zersetzt ein Enzym im menschlichen Körper die im Spargel enthaltene Asparaginsäure; dabei werden streng riechende schwefelhaltige Verbindungen frei. Und die wiederum werden mit dem Urin wieder ausgeschieden. Ungesund ist das aber nicht. Und es stinkt auch nur bei 40 Prozent der Menschen. 
     
  5. Ist der Niederrhein Spargelland?
    Nirgendwo gibt es mehr Spargelhöfe als in NRW – und dort vor allem am Niederrhein. Das zumindest glauben die Einheimischen. So ganz stimmt das aber leider nicht. Der meiste Spargel wird laut Statistischem Bundesamt in Niedersachsen angebaut (5400 Hektar Anbaufläche). NRW und Brandenburg liefern sich dahinter ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Dieses gewann im Jahr 2014 das Land Brandenburg mit 4200 Hektar, Nordrhein-Westfalen kam knapp dahinter auf 4100 Hektar. Zusammen machen die drei Bundesländer die Hälfte der Anbaufläche in Deutschland aus – sind also alles Spargelländer.

    Sehen Sie hier unsere große Karte mit den wichtigsten Spargelhöfen und Hofläden der Region. Wenn Sie wissen wollen, wo Sie den Spargel bekommen können, klicken Sie einfach auf die roten Markierungen.



    Zu den ertragreichsten Bundesländern jedoch zählte 2015 auch Bayern. Zwei Drittel der Erntemenge wurden in Niedersachsen (25.200 Tonnen), Bayern (18.400 Tonnen), Nordrhein-Westfalen (18.000 Tonnen) und Brandenburg (15.300 Tonnen) erzeugt. 
     
  6. Welchen Zusammenhang gibt es zwischen Spargel und Rambo?
    Dass das Gemüse etwas mit dem wortkargen Vietnamveteran John Rambo (gespielt von Sylvester Stallone) zu tun hat, ist wohl nur wenigen Menschen bekannt. Ist aber so, denn es gibt eine Spargel-Sorte, die genau diesen Namen trägt – Rambo. Unaussprechlich hingegen die Sorte Gijnlim, interessant ist Rapsody, und irgendwie niedlich der Name Grolim.
     
  7. Schadet Spargel dem Besteck?
    Wer die Wahl hat, das Gemüse stilecht mit Silberbesteck oder unspektakulär mit der Plastikgabel zu essen, der sollte zum Plastik greifen. Denn die edle Silbergabel kann den Geschmack des Spargels ruinieren. Das liegt daran, dass der im Spargel enthaltene Schwefel mit dem Silber zu Silbersulfid reagiert. Dadurch kann das Besteck außerdem schwarz anlaufen.
     
  8. Was hat es mit dem Sprichwort "Kirsche rot, Spargel tot" auf sich?
    So simpel ist die fränkische Regel zur Spargelsaison. Traditionell beginnt die Spargelsaison im April – es kann aber auch schon mal im März losgehen. Aus ist es mit dem Stangengemüse um den Johannistag am 24. Juni. Dann sind die ersten Kirschen reif. Den Spargel könnte man zwar noch länger ernten, dann würde die Ernte im Jahr darauf aber schlecht ausfallen. Die Pflanze kann nämlich bis zu drei Jahre in Folge geerntet werden. Um nach der Saison erneut zu wachsen, braucht sie aber ihre letzten Kraftreserven.  
     
  9. Was sind Spargel-Tierchen?
    Nein, das sind keine Tiere, die wie Spargel aussehen. Es gibt etwa den Zwölfpunkt-Spargelkäfer. Der entwickelt sich nur am Spargel und überwintert auch in der Nähe des Gemüses. Leider frisst er es auch sehr gerne. Es gibt auch noch nahe Verwandte, den Großgefleckten Spargelkäfer und den Fünfpunktigen Spargelkäfer. Das Spargelhähnchen hat zwar Flügel, ist aber auch ein Käfer. Und die Spargelfliege ist auch nie weit vom Feld entfernt. 
     
  10. Warum können manche Menschen Spargel nicht ausstehen?
    Es soll Personen geben, die Spargel nicht mögen. Das trifft vielerorts auf Unverständnis. Aber es geht noch eine Stufe schlimmer: Es gibt laut Medizinfachbüchern sogar diejenigen, die Angst haben vor Spargel. Diese Erkrankung nennt sich Spargarophobie – beängstigend. 
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