| 19.32 Uhr

Sperrung auf der A3
"Es war der absolute Horror"

Langer Stau auf der A3 bei Leverkusen
Langer Stau auf der A3 bei Leverkusen FOTO: Miserius
Düsseldorf . Autofahrer standen am Wochenende bis zu fünf Stunden auf der A3 im Stau. Unter ihnen war Edvina Makota. Sie wollte ihre Mutter zum Flughafen Köln bringen – aber durch den Stau verpassten sie den Flieger. Im Gespräch schildert sie ihre Erlebnisse. Von Susanne Hamann

Frau Makota, Sie sind am Sonntag über die A3 gefahren. Wo wollten Sie hin?

Edvina Makota Ich und mein Lebensgefährte wollten meine Mutter zum Flughafen Köln/Bonn fahren. Sie wollte von dort nach Sarajevo fliegen. Familie besuchen und Urlaub machen. 

Aber Sie sind nicht weit gekommen.

Makota Nein. Und so etwas habe ich noch nicht erlebt. Natürlich hat man sich damit abgefunden, dass die Strecke hin und wieder mal schleppend voran geht. Aber ich rede hier von komplettem Stillstand. Man sah nur Autos, Autos, Autos. 

Hatten Sie denn eine Verspätung eingeplant?

Makota Das schon. Wir sind so losgefahren, dass wir mehr als zweit Stunden vorher am Flughafen gewesen wären - ohne Stau. Für eine Strecke von Düsseldorf nach Köln brauche ich in der Regel nie mehr als 45 maximal 60 Minuten, wenn der Verkehr wegen der vielen Lkw etwas stockt. Aber am Sonntag haben wir vier Stunden lang im Stau gestanden. 

Edvina Makota wohnt in Düsseldorf. Während der Teilsperrung auf der A3 Richtung Leverkusen stand sie vier Stunden lang im Stau. FOTO: Alen Djuderija

Wieso haben Sie nicht die Umleitung genommen?

Makota Weil keine Umleitung ausgeschildert war. Nur im Radio wurde durchgesagt, wie man fahren muss, um die Baustelle zu vermeiden. Aber als ich das gehört habe, war es schon zu spät. Ich war an der Abfahrt vorbei und kam nicht mehr von der Autobahn runter. 

Und was haben Sie gesehen?

Makota Da waren überall Autos, Lkw, Wohnmobile und Camping-Anhänger. Manche Leute sind ausgestiegen, um zu gucken, wie lange der Stau ist. Aber man konnte das nicht überblicken. Ich kann nicht nachvollziehen, wie man den Menschen in der Ferienzeit so etwas zumuten kann.  

Wie hat Ihre Mutter die Situation verkraftet?

Makota Sie ist 61 Jahre alt, das ist nicht so alt, aber es hat sie schon unheimlich mitgenommen. Ich konnte sie zeitweise überhaupt nicht beruhigen. Was hätte ich auch sagen sollen? Man kann sich so eine Situation nicht erklären. 

Hatten Sie denn Getränke und Lebensmittel dabei?

Makota Natürlich nicht. Ich fahre die Strecke regelmäßig und für eine Stunde packe ich ja nicht extra etwas ein. In dieser Situation hätten wir aber wirklich etwas brauchen können. 

Aber Sie hatten genügend Benzin im Tank?

Makota Zum Glück schon. Aber wir haben natürlich darüber nachgedacht und auch gesagt: 'Stell dir vor, wir hätten jetzt nicht genügend Benzin. Oder stell dir vor, es würde jetzt etwas Schlimmes passieren. Ein Rettungswagen käme ja nie zu uns durch'. Es war der absolute Horror. 

Wieso nicht?

Makota Lkw und Wohnmobile standen teilweise auf dem mittleren Streifen. Der Standstreifen wurde als dritte Spur benutzt. Man hätte niemals eine Rettungsgasse bilden können.

Aber Sie haben auch keinen Unfall gesehen?

Makota Doch, es gab mehrere kleine Unfälle. Ein Pärchen hat irgendwie versucht, das Auto selbst zu reparieren. Das sehe ich jetzt noch vor mir. Sie sahen beide völlig geschockt aus. 

Haben Sie den Flieger am Ende erwischt?

Makota Nein, leider nicht. Natürlich kriegen wir dafür auch keine Entschädigung, weil es heißt, damit hätten wir rechnen müssen. Der nächste Flug geht erst am Donnerstag, weil die vorherigen zu teuer sind. Das heißt, sie hat eine Woche Urlaub vergeudet - und gleichzeitig besteht jetzt die Angst, dass es beim nächsten Mal wieder genauso ist. 

(ham)
 
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