| 13.10 Uhr

Experte erklärt Stau-Problem
Darum gab es am Mittwoch Verkehrschaos in NRW

Stau in NRW: Experte erklärt das Verkehrschaos
In Düsseldorf staut sich der Verkehr (Archivbild). FOTO: Andreas Endermann
Düsseldorf. Autofahrer in Nordrhein-Westfalen mussten sich am Mittwochmorgen im Berufsverkehr durch mehr als 400 Kilometer Stau quälen. Im Rheinland und Ruhrgebiet ging es sowohl auf Autobahnen als auch innerstädtisch oft nur sehr langsam vorwärts. Was war los?

Die Aufzählung der Staus im Radio konnte Autofahrer am Mittwoch schon mal verzweifeln lassen: Dutzende Staus, um kurz nach acht Uhr auf einer Strecke von insgesamt mehr als 400 Kilometern. Lief es gerade mal einigermaßen zügig, wartete wenige Kilometer weiter schon das nächste Stauende. 

Außergewöhnlich große Unfälle, die für das Verkehrschaos ausschlaggebend gewesen sein könnten, gab es nach Angaben der Autobahnpolizei kaum. Lediglich auf der A3 in Fahrtrichtung Köln in Duisburg-Wedau waren am Morgen Autos ineinander gefahren, eine Person wurde leicht verletzt. Zwischenzeitlich kam es dort zu 20 Kilometern Stau. Das Wetter kann auch nicht für das Chaos verantwortlich gewesen sein, denn es gab keinen starken Regen oder Nebel. 

Auch Roman Suthold vom ADAC Nordrhein hatte sich am Morgen zunächst über die vielen Staus gewundert. Doch der Verkehrsexperte kennt vier Gründe, die wohl gebündelt das Chaos ausgelöst hatten:

  • Im Herbst gibt es erfahrungsgemäß besonders viel Stau. "Im Oktober und November wird es heftiger auf den Straßen", sagt Suthold. In den Stau-Statistiken der vergangenen Jahre war der Monat Oktober häufig trauriger Spitzenreiter.
     
  • In erster Linie hält der Experte dabei Arbeiten an Baustellen für ausschlaggebend. Vor dem Winter bemühe sich Straßen NRW, noch so viele Baumaßnahmen wie möglich abzuwickeln. "Viele Arbeiten können nämlich bei Frost nicht mehr ausgeführt werden", sagt Suthold. Häufig kann dadurch auf weniger Spuren gefahren werden als üblich. Das führt zu längeren Wartezeiten. 
     
  • Am Mittwoch kam außerdem hinzu, dass alle Berufstätigen am Dienstag, dem Tag der Deutschen Einheit, frei hatten, viele auch am Brückentag. "Heute war also ein gefühlter Montag nach einem langen Wochenende", sagt der Experte. Dann kommen nämlich zu den täglichen Berufspendlern auch noch die Fernpendler hinzu. Also diejenigen, die normalerweise montags anreisen, unter der Woche in der Stadt arbeiten und übernachten und freitags wieder in die Heimat fahren. Aber auch Teilzeitkräfte, die nur zwei oder drei Tage pro Woche zur Arbeitsstelle fahren, könnten sich diese in dieser Woche auf die zweite Wochenhälfte gelegt haben. 
     
  • Im Oktober nehmen die wenigsten Menschen Urlaub. "Es ist also eine Zeit, in der fast alle da sind", sagt Suthold. Auch das ist ein Grund für volle Straßen, der sich im Herbst auf den Autobahnen weiterhin bemerkbar machen wird. Eine Ausnahme werden wohl die Herbstferien darstellen. Von Ende Oktober bis Anfang November gibt es also Hoffnung auf freie Fahrt.

 

 

(tak)
 
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