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Düsseldorf/Köln
Sturm könnte Karnevalszüge stoppen

Düsseldorf/Köln: Sturm könnte Karnevalszüge stoppen
Verweht der Wind den wichtigsten Montag des Karnevals? FOTO: Radowski
Düsseldorf/Köln. Sturmtief "Ruzica" zieht auf. Wird Windstärke 9 an Rosenmontag überschritten, müssen viele Karnevalszüge ausfallen. Düsseldorf entscheidet darüber am Sonntag. In Köln glaubt man noch nicht an eine Absage. Von Uwe-Jens Ruhnau und Christian Schwerdtfeger

Mehrere Millionen Narren wären betroffen, wenn die Sturmwarnungen für das Rheinland zur Absage der Rosenmontagszüge in Düsseldorf und anderen Städten führten. Das Comitee Düsseldorfer Carneval (CC) will am Sonntagmittag verkünden, ob der Zug abgesagt beziehungsweise wann über eine Absage entschieden wird. Im Sicherheitskonzept ist vereinbart, dass 24 Stunden vor dem Start mit der Wetterbeobachtung zu beginnen ist. Als spätesten Zeitpunkt für eine Absage sieht das CC Montag um 8.30 Uhr an. Dann verlassen die Wagen die Hallen im Düsseldorfer Stadtteil Bilk. Theoretisch ist jedoch auch die Aufstellung am Rheinufer und ein späterer Abbruch möglich, wenn der Wind zu stark wird.

Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) werden für Montagmittag die heftigsten Winde erwartet. Dann seien orkanartige Sturmböen mit Windstärke 11 nicht auszuschließen, sagte eine Meteorologin des DWD. Zudem setze dann länger anhaltender Regen ein. In Düsseldorf, wo der Zug ab 12.30 Uhr ziehen soll, ist die Absage ab Windstärke 9 vorgesehen. Erfahrung haben die Düsseldorfer bereits mit dieser Zwangslage: 1990 musste der Rosenmontagszug wegen des Orkans "Vivian" abgesagt werden, der Zug wurde im Mai nachgeholt. Auch jetzt ist optional von Mai die Rede oder von August, wenn das NRW-Fest in Düsseldorf stattfindet.

Karnevalsvereine sind versichert

Rosenmontagszug in Düsseldorf abgesagt FOTO: dpa, kno

"Wir sagen nicht drei Tage vor Rosenmontag ab", sagte gestern CC-Geschäftsführer Hans-Jürgen Tüllmann. Das CC hat Vorsorge getroffen: Fällt der Zug aus, greift eine Versicherung für Kosten und entgangene Einnahmen in Höhe von bis zu 500.000 Euro. Für Schäden während des Zuges hat die Provinzial-Versicherung eine "närrische Police" mit einer Deckungssumme bis zu zehn Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Durch sie wären auch Schäden durch Terror abgedeckt. Viele Karnevalsvereine haben eigene Versicherungen abgeschlossen. Die Prinzengarde Rot-Weiss in Düsseldorf etwa hat Kosten von 70.000 Euro - allein die Pferde schlagen mit 15.000 Euro zu Buche.

Wie in der Landeshauptstadt fällt die Entscheidung auch in anderen Städten morgen oder sogar erst übermorgen, zum Beispiel in Krefeld. Dort entscheidet erst Montagmorgen um 9 Uhr ein Krisenstab mit Vertretern von Polizei, Feuerwehr, Stadt und Comitee Crefelder Carneval, ob der Zug stattfindet oder nicht. Durch den Sturm gefährdet waren bis gestern Abend unter anderem die Rosenmontagszüge in Duisburg, Dülken, Uedem-Keppeln, Kamp-Lintfort, Neukirchen-Vluyn, Monheim und Süchteln.

Die Kölner bleiben gelassen

In Köln, wo traditionell der größte Umzug Deutschlands stattfindet, regierte man gelassen auf die Wetterprognosen. "Wir gehen nicht davon aus, dass unser Zug abgesagt werden muss. Das steht derzeit nicht zur Diskussion", sagte Sigrid Krebs, Vorstandsmitglied des Festkomitees Kölner Karneval. "Wir warten jetzt erst einmal in Ruhe ab, setzen uns morgen zusammen und entscheiden dann", so Krebs. Auch 1990, als der Zug in Düsseldorf wegen des Orkans abgesagt wurde, zog man in Köln durch die Stadt. "Wir sattelten damals nur die Pferde ab", betonte Krebs. Sollte der Zug in Köln in diesem Jahr wider Erwarten doch abgesagt werden müssen, wird es anders als in Düsseldorf keinen Nachholtermin geben. "Am Aschermittwoch ist die Session vorbei. Das wäre dann eben so", sagte Krebs.

Auch in Erkelenz, Xanten und Neuss sah man bis gestern Abend zumindest noch keinen Grund, den Zug abzusagen. "De Zoch kütt", hieß es dort.

Quelle: RP
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