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DWD-Warnung: Sturmtief "Heini" bringt Sturmböen

Blitze, Hagel, Hochwasser: Spektakuläre Sturmjäger-Bilder
Blitze, Hagel, Hochwasser: Spektakuläre Sturmjäger-Bilder FOTO: Daniel Braun
Offenbach. "Heini" wird Deutschland kräftig durchrütteln: Am Dienstag hat sich das Sturmtief vom Atlantik auf den Weg über Schottland nach Skandinavien gemacht und sich der deutschen Nord- und Ostseeküste genähert. Für den gesamten Nordwesten gilt ab den Abendstunden eine Warnung vor Sturmböen. In Bremen mussten 1400 Flüchtlinge ihre Zelte verlassen.

Heftiger Wind und Regen wurden in ganz Deutschland erwartet, vor allem die Höhenlagen der Mittelgebirge sollten das zu spüren bekommen. "Der mittlere Wind von "Heini" wird nicht allzu viel anrichten", sagte Meteorologe Christoph Hartmann vom Deutschen Wetterdienst (DWD) am Dienstag. Orkanartige Böen der Stärke 11 blieben im Flachland eine Seltenheit. Aber "auf den Bergen der Mittelgebirge tobt der Sturm", dort seien Orkanböen der Stärke 12 zu erwarten. An der Nordsee werden schwere Sturmböen erwartet. Für den gesamten Nordwesten galt ab Dienstagabend eine DWD-Warnung vor schweren Sturmböen.

In Bremen sind am Dienstagabend rund 1400 Flüchtlinge zum Umzug aus ihren Zelten in Schulen aufgefordert worden. Das teilte Sozialsenatorin Anja Stahmann (Grüne) mit. Die Menschen sind an vier Standorten in Zelten untergebracht, die nach Herstellerangaben bis zu Windstärke 10 wetterfest sein sollen - erwartet wurden aber Sturmböen bis Stärke 11. Die Flüchtlinge sollten zunächst über Nacht in den Schulen bleiben. Das Sozialressort wollte am frühen Mittwochmorgen entschieden, ob sie bereits vor Schulbeginn die Schulen wieder verlassen können.

Die Temperaturen sollen vorerst zweistellig bleiben, am Mittwoch liegen sie zwischen 10 Grad an der Ostsee und milden 19 Grad am Oberrhein. Aber täglich sollen die Werte ein wenig sinken, am Freitag sind nur noch 7 bis 14 Grad drin.

Kaum hat "Heini" sich ausgetobt, ist schon ein neues Tief, "Iwan", unterwegs. Danach folgt ein bisher noch namenloses Tiefdruckgebiet, das am Freitag mit Wind und Schauern über Deutschland zieht. "Erst wenn das letzte Tief im Osten angekommen ist, ändert sich die Strömung auf Nord", sagte Hartmann. Das bedeutet merkliche Abkühlung auf einstellige Werte und sogar Frost. "Wenn wir also ab dem Wochenende in weißer Landschaft aufwachen, sollten wir uns nicht allzu sehr wundern", sagte Hartmann.

In Norddeutschland hat reichlich Regen inzwischen etliche Flüsse über die Ufer treten lassen. Im Binnenland gebe es leichte Überschwemmungen, teilte der niedersächsische Landesbetrieb NLWKN mit. Im Nordwesten zwischen Weser und Elbe wurde die Meldestufe 2 erreicht, als die Flüsse Oste und Lune stellenweise über die Ufer traten.

Am Rhein dagegen ist die Niedrigwasser-Lage noch nicht spürbar entspannt. Immerhin sei das Fallen der Wasserstände inzwischen aufgehalten worden, sagte ein Sprecher der Wasser- und Schifffahrtsdirektion Südwest in Mainz. Erst zum Wochenende sei etwas Besserung in Sicht. Nötig sei aber deutlich mehr Regen. Am Rhein hatte sich das Niedrigwasser in der vergangenen Woche wegen der monatelangen Trockenheit Rekordwerten genähert.

(dpa)
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