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Aufnahmestopp für Migranten
Essen für alle

Fotos: Essener Tafel hält an Stopp für Ausländer fest
Fotos: Essener Tafel hält an Stopp für Ausländer fest FOTO: dpa, rwe pil
Meinung | Düsseldorf. Die Essener Tafel hat genug: Sie will vorerst nur noch Neukunden mit einem deutschen Pass aufnehmen. Die Entscheidung ist falsch - aber der Fall zeigt: Hunger ist ein Problem direkt vor unserer Haustür. Von Christian Schwerdtfeger

Es ist die kälteste Nachricht des Winters: Die Ankündigung der Essener Tafel, Speisen vorerst nicht mehr an neue Migranten auszugeben, zeigt, wie Armut eine Gesellschaft spalten kann.

In einem Land wie Deutschland darf eigentlich niemand hungern. Erst recht darf es keinen Streit um die Verteilung von Nahrung geben. Bedürftigkeit kennt keine Nationalität. Und keine Ausgrenzung. Daher ist die Maßnahme ein Armutszeugnis - und zwar für die ganze Gesellschaft.

Denn die Verantwortlichen zu verteufeln, ist falsch. Die Ehrenamtler der Tafel haben sich die Entscheidung sicher nicht leicht gemacht. Hätten sie genug Essen zu verteilen gehabt, wäre es nicht so weit gekommen. Irgendetwas mussten sie tun. Auch wenn der gewählte Schritt der falsche ist.

Vielmehr sollte man sich die Frage stellen, wie es überhaupt so weit kommen konnte. Immer noch werden zu viele Lebensmittel weggeworfen, während man woanders Hunger leidet. Und dieses woanders ist längst nicht mehr nur irgendwo in Afrika, sondern direkt vor unserer Haustür. Auch das zeigt der Fall Essen.

Quelle: RP
 
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