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Neue Studie über "Tihange 2"
"Aachen mit Wahrscheinlichkeit von 10 Prozent unbewohnbar"

"Tihange 2": "Aachen mit Wahrscheinlichkeit von 10 Prozent unbewohnbar"
Das belgische Akw Tihange. FOTO: dpa, obe fdt
Aachen. Bei einer Reaktorkatastrophe im belgischen Kernkraftwerk Tihange könnte Aachen und die Region einer Studie zufolge stark verstrahlt und unbewohnbar werden.

"Wenn ein Unfall passiert, dann wird mit einer Wahrscheinlichkeit von zehn Prozent Aachen unbewohnbar", sagte Professor Wolfgang Renneberg vom Institut für Sicherheits- und Risikowissenschaften an der Universität für Bodenkultur in Wien gestern.

Die Aachener Region liege in einer ungünstigen Windrichtung. Die Auswirkungen wären bei ungünstiger Wetterlage mit der Situation in der 20-Kilometer-Sperrzone im japanischen Fukushima vergleichbar, stellt die Studie fest. Das Ergebnis zeige, dass bei einem Versagen des Reaktorbehälters des belgischen Atomkraftwerks Tihange bei Lüttich ein "guter Teil Deutschlands" und vor allem Aachen mit einer relativ hohen Wahrscheinlichkeit stark betroffen sein könnten.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) wollte die Studie nicht bewerten, versteht aber die Sorge der Menschen in der Region Aachen. Die Ministerin gilt als Kritikerin der wieder in Betrieb genommenen Atommeiler und will, wie sie gestern der RP erklärte, weiter versuchen auf die belgische Seite einzuwirken. Große Möglichkeiten der Einflussnahme aber sieht sie nicht. Fragen der Energieproduktion seien in der EU nicht vergemeinschaftet.

(dpa/skr)
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